(stm/ Meinung)
Hinweis. Dies ist nur eine erste persönliche Einschätzung. Der offizielle, sachliche Bericht folgt, soweit Anfragen zu bestimmten Vorfällen von entsprechenden Stellen beantwortet worden sind.
So langsam löst sich die angespannte Verkehrslage in der Innenstadt wieder auf. Mehrere hundert Fahrzeuge von verschiedenen Branchen haben am Montag die Schweriner Innenstadt lahmgelegt. Nach unterschiedlichen Angaben (polizeiliche Einschätzung liegt noch nicht vor) haben zwischen 400 und 700 Fahrzeuge an dem Autokorso in Schwerin teilgenommen.

Die von Neubrandenburg aus Corona-Demonstrationen heraus entstandene Initiative „Unternehmeraufstand MV“ hatte in Schwerin, angelehnt an die Proteste der Landwirte des Bauernverbandes in mehreren Orten Mecklenburg Vorpommern Autokorsos organisiert. So auch in Schwerin.
Der Nahverkehr hatte mit spürbaren Ausfällen einiger Linien zu kämpfen, die Müllentsorgung der Stadt Schwerin wurde in einigen Straßen nicht gewährleitet. Viele Schülerinnen und Schüler hatten Schulfrei.
Optisch waren die Fahrzeuge auf jeden Fall ein Hingucker, von den Botschaften auf den Fahrzeugen waren durchaus einige grenzwertig. Was aber zu erwarten war.
Kundgebung auf dem Alten Garten
Nachdem die Fahrzeuge (sehr viele nicht Schweriner) ihren Autokorso beendet hatten, teilweise noch unterwegs waren, gab es ab etwa 10.30 Uhr bis 14 Uhr mehrere Redebeiträge im Rahmen einer Kundgebung, an der 300 bis 500 Personen teilnahmen.

Hauptsächlich Bundespolitik
In den Redebeiträgen auf der Kundgebung auf dem Alten Garten lag der Fokus auf Kritik an der Bundesregierung. Über die Probleme der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Stadt Schwerin ging es – wie zu erwarten war – so gut wie gar nicht. Stattdessen um „Abschaltung der Ampel“ und Sanktionspolitik gegen Russland – Militäretat, Krieg und eben Bundespolitik.
Alles berechtigte Meinungsäußerungen. Doch dafür dass die den Protest organisierende „Initiative“ ein „MV“ für Mecklenburg Vorpommern im Namen trägt, war wenig Landespolitik enthalten. Dafür dass der Protest nahezu ganz Schwerin lahm gelegt hatte, war wenig Schweriner Politik enthalten.
Das Haar in der Suppe: AfD zu viel Platz eingeräumt?
Ein Gastronom aus der Stadt, der als „unfreundlichster Wirt“ der Stadt auch in der Stadtvertretung einen Platz inne hat, bemängelte dass es kaum um die Probleme der Unternehmer ging, sondern eher um Abwahl der Bunderegierung. Dass der Veranstalter offensichtlich die AfD ihre Flaggen ungehindert hissen ließ, die Veranstaltung damit parteipolitisch genutzt wurde und damit der AfD zu viel Platz einräumte kritisierte er ebenfalls.
Einige Ordner wiesen hingegen darauf hin, dass man beispielsweise Redebeiträge von AfD Funktionären bewusst unterbunden habe. So habe man Leif Erik Holm, der sich optisch wohl bewusst etwas bäuerlicher angezogen hatte, abgewiesen.
Ein ausführlicher Bericht folgt.
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