(stm)

Die Stadt Schwerin hat ihre Pläne zur Unterbringung von Asylbewerbern weiter konkretisiert und dabei die Paulshöhe als potenziellen Standort weitgehend aus dem Rennen geworfen. So geht es aus einer meldung auf der Internetseite der Stadt Schwerin hervor. Demnach setzt die Verwaltung nun verstärkt auf einen Wohnblock in Krebsförden als bevorzugte Lösung für eine zweite Gemeinschaftsunterkunft (GU).

Seit 2022 steht nach Angaben der Pressestelle der Stadt fest, dass Schwerin seine Kapazitäten zur Unterbringung von Menschen im Asylverfahren auf bis zu 400 Plätze erweitern muss. Ursprünglich galt die Paulshöhe, das ehemalige Stadiongelände, als möglicher Standort für eine temporäre Unterkunft mit bis zu 400 Tiny Houses. Diese temporären Wohneinheiten sollten eine kurzfristige Lösung darstellen, stießen jedoch auf erhebliche Kritik. Der hohe Flächenverbrauch, die notwendige Umzäunung des Geländes und die potenzielle soziale Isolation der Bewohner waren zentrale Bedenken. Zudem hätte die begrenzte Lebensdauer der Tiny Houses von etwa zehn Jahren zusätzliche Investitionen oder eine Nachnutzung des Geländes erforderlich gemacht.

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Paulshöhe als Standort „ungeeignet“

Diese Herausforderungen führten dazu, dass die Paulshöhe im Bewertungsprozess als weniger geeigneter Standort eingestuft wurde, trotz ihrer Nähe zur Innenstadt und der bestehenden Infrastruktur. Die Bewertungsmatrix der Stadt berücksichtigte Kriterien wie Integration, Segregation, Nachhaltigkeit und Kosten, wobei die Paulshöhe zwar in einigen Bereichen gut abschnitt, insgesamt jedoch nicht die optimale Lösung darstellte.

Krebsförden im Fokus

In einem Artikel der Stadt Schwerin vom 2. Oktober 2024 wurde der Wohnblock in der Benno-Völkner-Straße 7-15 in Krebsförden offiziell als Vorzugsvariante der Verwaltung vorgestellt. Dieser Standort bietet demnach eine nachhaltigere und besser integrierbare Lösung für die geplante Gemeinschaftsunterkunft. Die geplante Sanierung dieses Gebäudes beläuft sich auf 6,5 Millionen Euro und soll eine Kapazität von 150 bis 180 Plätzen für Asylbewerber bieten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Barrierefreiheit, um besonders schutzbedürftige Gruppen wie Familien mit Kindern, alleinstehende Frauen und gebrechliche Personen aufnehmen zu können. Die Kosten für die Schaffung und Betreuung der Unterkünfte werden vom Land Mecklenburg-Vorpommern getragen, und die Inbetriebnahme der Gemeinschaftsunterkunft ist für Ende 2026 geplant.

Neben dem Wohnblock in Krebsförden wurden vom Zentralen Gebäudemanagement der Landeshauptstadt Schwerin vier weitere Standortvarianten geprüft. Dazu gehören ein Ersatzneubau am Mittelweg in der Weststadt, die Errichtung von Tiny Houses an den Wadehängen in Neumühle und am Schleifmühlenweg auf der Paulshöhe sowie ein fünfgeschossiger Neubau in der Carl-Friedrich-Flemming-Straße in Krebsförden. Diese Varianten wurden hinsichtlich Verkehrsanbindung, Kosten, zeitlicher Verfügbarkeit und Nachnutzungsmöglichkeiten bewertet. Der Wohnblock in Krebsförden schnitt dabei am besten ab, da er eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bietet und sich in der Nähe zu bestehenden sozialen Infrastrukturen befindet, was die Integration der Bewohner erleichtert.

Wohnblock in Krebsförden Vorzugsvariante. Doch Entscheidung liegt nicht beim OB

Oberbürgermeister Rico Badenschier betonte allerdings Stellungnahme, dass keiner der möglichen Standorte ausgeschlossen würde, da es das erklärte Ziel der Stadt sei, die Segregation zurückzudrängen. Dennoch stellt der Wohnblock in Krebsförden derzeit die verantwortungsvollste und nachhaltigste Lösung dar. „Der Wohnblock in Krebsförden bietet die beste Kombination aus Kosten, Integration und langfristiger Nutzbarkeit“, erklärte Badenschier.

Bernd Nottebaum, Dezernent für Bauordnung, ergänzte: „Die Verwaltung hat die Vor- und Nachteile der verschiedenen Standorte sorgfältig abgewogen. Der Wohnblock in Krebsförden stellt derzeit die verantwortungsvollste und nachhaltigste Lösung dar, um den Bedürfnissen der Asylbewerber gerecht zu werden.“

Die endgültige Entscheidung über den Standort der zweiten Gemeinschaftsunterkunft liegt nun bei der Stadtvertretung. Diese muss die vorliegenden Informationen und Bewertungen berücksichtigen, um eine verantwortungsvolle und nachhaltige Lösung zu finden, die sowohl den Bedürfnissen der Asylbewerber als auch den Interessen der Stadtbewohner gerecht wird. Oberbürgermeister Badenschier unterstrich die Dringlichkeit der Entscheidung: „Wir müssen zügig handeln, um den Asylbewerbern eine sichere und integrative Unterkunft zu bieten. Die bevorzugte Variante in Krebsförden ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Während die Paulshöhe zunächst als potenzieller Standort in Betracht gezogen wurde, verschiebt sich der Fokus nun deutlich auf den Wohnblock in Krebsförden. Diese Variante wird von der Stadtverwaltung als die vielversprechendste Lösung angesehen, um die notwendigen Kapazitäten zur Unterbringung von Asylbewerbern zu schaffen und gleichzeitig eine nachhaltige Integration in das städtische Gefüge zu gewährleisten. Die Stadtvertretung steht nun vor der Aufgabe, diese Pläne zu genehmigen und die Umsetzung voranzutreiben.

Anmerkung:

Unabhängig von den Plänen der Stadt die Paulshöhe als Unterbringung für Flüchtlinge herzurichten, gibt es neue Entwicklungen für das Areal. Dazu wird http://www.schwerin.news in den nächsten tagen gesondert berichten.


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