Protestaktion und „offener Brief“ gegen Bundeswehr Werbung in der Marienplatz-Galerie.

(stm) Am 12. November 2024 versammelten sich Mitglieder der Ortsgruppe „Aufstehen Schwerin“ und des „Friedensbündnisses Schwerin“ vor der Marienplatz-Galerie, um ihren Unmut über die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Die Kundgebung richtete sich insbesondere gegen die Präsenz der Bundeswehr in zivilen Räumen und Bildungseinrichtungen. Anschließend sollte ein von Bürgern unterschriebener, offener Briefes an das Center-Management der Marienplatz-Galerie übergeben werden. Das Center Manegement, so teilten uns Aktive mit, habe die Annahme verweigert und auf die Pressestelle verwiesen.

Inhalt des offenen Briefes: Ein Plädoyer gegen Militarisierung

Im offenen Brief formulierten die Initiatoren ihre Besorgnis über die zunehmende Werbung der Bundeswehr für militärische Laufbahnen in der Öffentlichkeit, darunter auch Schulen und Einkaufszentren. Die Verfasser kritisieren, dass dem Militär in der Marienplatz-Galerie Flächen für Rekrutierungszwecke zur Verfügung gestellt werden, und äußern ihre Ablehnung gegenüber solchen Veranstaltungen, die ihrer Ansicht nach junge Menschen in eine militärische Laufbahn locken könnten.

Besonders betont wird im Brief die Ablehnung der Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Unterzeichner fordern, dass Konflikte diplomatisch und ohne Waffengewalt gelöst werden und mahnen, dass ein verstärktes militärisches Engagement die globale Sicherheit nicht erhöht, sondern vielmehr gefährdet.

„Krieg ist kein Abenteuerspielplatz,“ heißt es in dem Brief. Die Initiatoren lehnen es ab, dass der Bundeswehr ein breiter Zugang zur öffentlichen Werbung für militärische Karrieren gewährt wird und stellen in Frage, ob solche Werbemaßnahmen in zivilen Räumen wie der Marienplatz-Galerie angebracht sind.

Forderungen nach Diplomatie statt Aufrüstung

Die Verfasser des Briefes und die Unterstützer der Kundgebung plädieren für eine politische Haltung, die auf Diplomatie statt auf Aufrüstung setzt. Sie äußern ihre Sorge darüber, dass eine verstärkte militärische Präsenz in der Öffentlichkeit den sozialen Frieden untergraben könnte und rufen dazu auf, Alternativen zu gewaltsamen Konfliktlösungen zu fördern.

„Ein Mehr an Waffen wird unsere Welt nicht sicherer, sondern unsicherer machen,“ warnen die Autoren des Briefes. Diese Position spiegelt die Überzeugung wider, dass in einer modernen Gesellschaft die Lösung internationaler Konflikte durch diplomatische Mittel Vorrang haben sollte.

Hier kann der offene Brief eingesehen und heruntergeladen werden:


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2 Antworten zu „Protestaktion und „offener Brief“ gegen Bundeswehr Werbung in der Marienplatz-Galerie.“

  1. Avatar von Redaktion

    Danke für den Hinweis. Haben nun die die PDF Version hinterlegt.

  2. Avatar von
    Anonymous

    Erstens: Man soll keine Worddateien zum Herunterladen anbieten, das Risiko der Verbreitung von Viren ist viel zu hoch => Offenen Brief nicht gelesen, deshalb Danke für die Zusammenfassung.
    Zweitens: Die heutige Situation schätze ich anders ein als diejenige zur Zeit der Friedensdemonstrationen in Bonn, damals. Heute ist Verteidigungsfähigkeit in Deutschland jedenfalls nicht gegeben, das ist aber für einen NATO-Partner nicht akzeptabel, und Diplomatie aus der Positon derartiger militärischer Schwäche hat eine ungünstige Ausgangsbasis. Angesichts eines Putin, der seine Absichten klar kommuniziert hat, finde ich Aufrufe unsinnig, deren „Nein zu Krieg und Aufrüstung“ nicht direkt den Kreml (=Agressor) gerichtet sind.
    In der augenblicklichen Situation finde ich Präsenz der Bundeswehr zu Informations- und Werbezwecken in der Öffentlichkeit gerechtfertigt.
    Abgesehen davon fände ich ein bisschen mehr Gelassenheit in Deutschland ganz angenehm. In Großbritannien finden Übungsmanöver mit Tiefflügen der Royal Air Force über dem Great Glen (mit Loch Ness) und dem Lake District (beides Urlaubsregionen) regelmäßig statt, da redet kein Mensch drüber. Fragt man Einheimische danach, sagen sie schulterzuckend, das wäre halt notwendig.

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