(stm)

Der 25. November, der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, steht weltweit im Zeichen des Kampfes gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Auch in Schwerin wird es an diesem Tag eine eindrucksvolle Kundgebung geben. Unter dem Motto „Für das Leben, die Liebe und die Freiheit – Femizide stoppen! Patriarchat abschaffen!“ laden die Initiativen „Umherschweifende Rebellinnen“ und „Männer gegen Femizide“ um 17:00 Uhr in die Schmiedestraße/Ecke Buschstraße ein um sich an einer Kunstaktion und Gedenkaktion zu beteiligen.

Aktion: „Rote Schuhe“ als Zeichen gegen Femizide

Zentraler Bestandteil der Veranstaltung wird die Aktion Rote Schuhe sein. Diese symbolträchtige Kunstinstallation wurde 2009 von der mexikanischen Künstlerin Elina Chauvet ins Leben gerufen und hat sich seither weltweit verbreitet. In Schwerin werden rote Schuhe aufgestellt, jedes Paar steht für eine Frau, die einem Femizid zum Opfer gefallen ist. Die Aktion soll nicht nur der Opfer gedenken, sondern auch das Bewusstsein der Öffentlichkeit für das Thema schärfen und zu entschlossenem Handeln aufrufen.

Femizide – also die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts – sind ein erschreckend präsentes Problem, auch in Deutschland. Laut Statistiken wird hierzulande nahezu alle drei Tage eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Die rote Schuh-Aktion ist eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass jede Frau, die ihr Leben verliert, mehr ist als eine Zahl – sie ist Tochter, Mutter, Freundin, Kollegin.

Schwerin und die Istanbul-Konvention

Die Landeshauptstadt Schwerin hat sich der Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention verpflichtet. Dieses völkerrechtliche Abkommen des Europarats soll Frauen vor Gewalt schützen, die Prävention stärken und die Opfer unterstützen. In einer Bürgeranfrage an den Schweriner Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier wurde jüngst nach dem Stand der Umsetzung der Konvention gefragt. Seine Antwort zeigt, dass die Stadt auf einem vielversprechenden Weg ist:

„Auf dieser Basis wird ein Maßnahmenplan erarbeitet. Ab 2025 wird die Arbeitsgruppe vierteljährlich stattfinden, sodass eine angemessene Planung, Erarbeitung und Analyse auch in Bezug auf die Istanbul-Konvention gewährleistet wird,“ so Dr. Badenschier in einer Beantwortung zu einer Bürgerfrage auf der vergangenen Sitzung der Stadtvertretung. Mit diesem Ansatz sollen bestehende Beschlüsse – darunter der Beschluss der Stadtvertretung zur Umsetzung der Istanbul-Konvention – konsequent umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Auch wenn es hier Schritte in die rictige Richtung gibt, wird von einigen der sehr langsame Prozess kritisiert. Initiativen die sich in Schwerin gegen Gewalt an Frauen aussprechen und positionieren wurden bisher noch nicht in die von Oberbürgerneister benannten Prozesse eingebunden. Hier besteht eindeutig Handlungs und Verbesserungsbedarf.

Ein gesellschaftlicher Weckruf

Die Kundgebung und die Aktion Rote Schuhe sind Teil eines breiteren gesellschaftlichen Engagements, das den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken will. Die Organisatoren betonen, wie wichtig Solidarität und der gemeinsame Einsatz von Frauen und Männern gegen das Patriarchat sind. Neben der symbolischen Bedeutung sollen die Veranstaltungen auch konkrete Forderungen an die Politik richten, um Opfern besser zu helfen und Gewalt zu verhindern.

Die Veranstalter:innen laden alle Menschen in Schwerin ein, sich der Kundgebung anzuschließen, um gemeinsam ein Zeichen für Freiheit, Liebe und Gleichberechtigung zu setzen. Die Aktion beginnt um 17:00 Uhr und wird bis etwa 18:00 Uhr dauern. Unterstützt wird die Kundgebung durch Plakate, Transparente und etwa 30 bis 40 rote Schuhpaare, die als stumme Mahner für ein Ende der Gewalt stehen. Teilnehmnde können natürlich ebenfalls rote Schuhe mitbringen um die Signalwirkung zu unterstützen. Grablichter und Kerzen können natürlich auch mitgebracht werden.


Hintergrund: Der 25. November

Der 25. November wurde 1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ausgerufen. Er erinnert an die Schwestern Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik von Sicherheitskräften des Diktators Rafael Trujillo brutal ermordet wurden. Bis heute gilt der Tag als Aufruf an Regierungen, Institutionen und die Gesellschaft, Frauenrechte zu stärken und Gewalt zu bekämpfen.



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