(stm) Die Helios Klinik Schwerin, eines der größten Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern, kämpft mit einer wachsenden Personalnot. Rund 4.000 Menschen arbeiten dort, doch die Belastung steigt. Jüngste Entscheidungen der Klinikleitung haben die Situation nicht gerade verbessert – für die Mitarbeitenden wie auch für die Patientinnen und Patienten.
Servicekräfte müssen gehen
Eine besonders umstrittene Maßnahme ist die Kündigung von 50 bis 60 Mitarbeitenden einer Tochtergesellschaft, die bislang wichtige Serviceaufgaben übernommen haben. Die Klinikleitung argumentiert, dass gesetzliche Vorgaben – wie das Pflegestärkungsgesetz – den Einsatz von qualifiziertem Pflegepersonal in den Vordergrund rücken. Doch die Entlassungen reißen eine Lücke in den Klinikalltag. Tätigkeiten wie die Essensausgabe oder das Bettenmachen müssen nun von den Pflegekräften übernommen werden, die ohnehin schon genug zu tun haben.
Mehr Verantwortung für die Pflegekräfte
Die Klinik setzt auf ein sogenanntes „Skill-Mix“-Modell. So geht es aus einer Antwort der Helios Klinik Schwerin auf eine Anfrage der Linken hervor. Die Idee dahinter: Teams aus unterschiedlich qualifiziertem Personal teilen sich die Arbeit. Das klingt auf dem Papier gut, bedeutet in der Praxis aber oft, dass Pflegekräfte noch mehr Aufgaben übernehmen müssen. Viele von ihnen fühlen sich ohnehin schon überlastet – zusätzliche Pflichten machen die Situation nicht leichter. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die daran zweifeln, ob sich so wirklich die Qualität der Patientenversorgung verbessern lässt.
Was bedeutet das für die Mitarbeitenden?
Die entlassenen Servicekräfte haben demnach immerhin die Chance, sich weiterzubilden – etwa zu Pflegehelfer. Doch solche Umschulungen dauern und lösen den akuten Personalmangel nicht. Auch bei anderen Stellen wird gespart: Befristete Verträge im ärztlichen und pflegerischen Bereich laufen aus, und Zeitarbeitnehmende werden teilweise nicht verlängert. Obwohl die Klinik beteuert, dass keine betriebsbedingten Kündigungen geplant sind, bleibt die Unsicherheit groß.
Auswirkungen auf die Patienten
Die Klinikleitung ist überzeugt, dass die Veränderungen langfristig sogar die Zufriedenheit der Patienten steigern könnten. Schließlich hätten diese nun öfter Kontakt mit pflegerisch geschultem Personal. Doch in der Realität führen lange Wartezeiten und überlastete Mitarbeitende oft zu Frust – sowohl bei den Patienten als auch beim Personal.
Hier kann die Anfrage der Linken nebst Antwort der Verwaltung angesehen und heruntergeladen werden:














