(fab) Die Vereinbarung die am Wochenende zwischen Ver.di und und der Arbeitgeberseite für den öffentlichen Dienst getroffen hat, wird auch für Schwerin Auswirkungen haben. nachfolgend die Pressemitteilung von ver.di Nord. Sobald die Stadtverwaltung einen Kommentar zu der Einigung abgibt, wird sich http://www.schwerin.news erneut melden. Es wird erwartet dass auf die Stadt Schwerin eine Mehrbelastung in Höhe von mehreren Millionen Euro zukommt.

(PM/ ver.di Nord)

ver.di Nord: Schweres Unterfangen – Tarifeinigung im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen liegt vor

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat sich am Wochenende mit den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen auf einen Tarifabschluss geeinigt. Der Abschluss orientiert sich an der Schlichtungsempfehlung von Ende März.

„Es ist kein einfaches Ergebnis und trägt die Handschrift der schwierigen Rahmenbedingungen“, erklärt Susanne Schöttke, Landesbezirksleiterin von ver.di Nord.

„Bei vielen Kernfragen dieser Tarifrunde haben wir von der Gegenseite eine elendige Zockerei erlebt. Wir haben die Interessen unserer Mitglieder und unsere Positionen dabei konsequent verteidigt. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Arbeitgeberseite in vielen Punkten gegensätzliche Interessen zu denen unserer Kolleg*innen verfolgt – insbesondere zu jenen, die sich aktiv an der Tarifauseinandersetzung beteiligt haben“, so Schöttke weiter.

Die insgesamt vier Verhandlungsrunden sowie das Schlichtungsverfahren verliefen zäh – mehrfach drohte das Scheitern, vor allem aufgrund der Blockadehaltung der Arbeitgeberseite bei zentralen Themen.

„Wir haben im Norden eine starke und erfolgreiche Streikbewegung erlebt. Im Zusammenspiel mit zehntausenden Kolleginnen und Kollegen bundesweit hat sie überhaupt erst Bewegung in die Verhandlungen gebracht“, betont Schöttke.

Der Abschluss basiert auf der Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission.
Im Ergebnis erhalten die Beschäftigten ab April 2025 eine monatliche Entgelterhöhung von 3,0 Prozent – mindestens jedoch 110 Euro. Davon profitieren vor allem Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen. Eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent erfolgt ab Mai 2026. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 27 Monate, bis zum 31. März 2027.

Zudem steigen die Zulagen für besonders belastende Arbeitszeiten deutlich:

  • für Schichtdienste von 40 auf 100 Euro monatlich,
  • für Wechselschichtdienste von 105 auf 200 Euro,
  • in Krankenhäusern von 155 auf 250 Euro.

Alle Zuschläge werden dynamisiert, das heißt: Sie steigen bei künftigen Tariferhöhungen prozentual mit.

Auch in Sachen Arbeitszeit konnten Verbesserungen erzielt werden:
Ein zusätzlicher Urlaubstag wird ab dem Jahr 2027 eingeführt. Darüber hinaus verständigten sich die Tarifparteien auf die Einführung eines Langzeitkontos sowie verbesserte Regelungen zur Gleitzeit. Die Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt) kann künftig in bis zu drei freie Tage umgewandelt werden – für mehr Flexibilität und Zeitsouveränität. Gleichzeitig wird sie erhöht: bei den kommunalen Arbeitgebern einheitlich auf 85 Prozent, beim Bund auf 75 bis 95 Prozent des Monatsgehalts.

Zudem wurde vereinbart, dass zeitlich befristet freiwillige Erhöhungen der individuellen Arbeitszeit auf bis zu 42 bezahlte Stunden pro Woche möglich sind – mit zusätzlichen Zuschlägen für die Mehrstunden.

„Hier konnten wir den Vorstellungen der Arbeitgeber nach einer generellen Arbeitszeitverlängerung entschieden entgegentreten. Die Mär, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst freiwillig länger arbeiten wollen, ist ein Wunschdenken der Arbeitgeber. Niemand kann durch diese Regelung zum Mehrarbeiten gedrängt werden – das ist klar. Wer sich freiwillig dafür entscheidet, erhält einen Zuschlag für die zusätzlichen Stunden. Diese Regelung ist auf fünf Jahre befristet und wird rechtzeitig in ihrer Wirkung überprüft“, so Schöttke weiter.

ver.di startet nun eine Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis. Mitte Mai entscheidet dann die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst abschließend.

„Wir richten jetzt den Blick nach vorn: Für uns heißt das, dass wir uns auf kommende Tarifverhandlungen – auch unter gesellschaftspolitisch besonderen Bedingungen – noch besser vorbereiten müssen. Unser Auftrag ist es, stärker und kämpferischer zu werden“, so Schöttke abschließend.


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