(fab)

Das ehemalige Kino „Schauburg“ in der Mecklenburgstraße 53, eröffnet 1912 und 1995 geschlossen, steht seit Jahren im Fokus von Denkmalschutz und Immobilienstreitigkeiten. Die Fassade des Gebäudes, ein Beispiel für die architektonische Strömung der „Neuen Sachlichkeit“ der 1920er-Jahre, wurde 2010 unter Denkmalschutz gestellt. Nach der Schließung scheiterten mehrere Nachnutzungskonzepte, darunter Pläne für ein Textilgeschäft und eine Kulturbühne.

Viel existiert nicht mehr von der eins beliebten „Schauburg“. Nur die Fassade ist gebleiben.

Abbruch und Verfall – Stadtverwaltung anscheinend wenig handlungsfähig

2019 genehmigte die Stadt den Abbruch des einsturzgefährdeten Kinosaals unter der Auflage, die denkmalgeschützte Fassade zu erhalten. Der hofseitige Anbau wurde bis 2024, dem Blick der Öffentlichkeit verschlossen, entfernt, zurück blieb eine Brachfläche. Seit Jahren ist die Fassade mit einer Plane verhüllt, um Steinschlag zu verhindern. Trotz einer 2022 erlassenen Sicherungsanordnung und verhängten Zwangsgeldern gegen den Eigentümer aufgrund nicht umgesetzter Auflagen wurden notwendige Sanierungsmaßnahmen, wie die bereits 2023 genehmigte Sicherung des Attikagesimses, nicht realisiert.

Seit Jahren verhüllt. Die verbliebende Fassade der „Schauburg“

Stadt zeigt Interesse an Grundstück

Am 30. April 2025 wird das Grundstück Mecklenburgstraße 53 gemeinsam mit den Nachbargrundstücken Mecklenburgstraße 51 und Schloßstraße 36 nun zwangsversteigert. Das Paket wird auf 2,97 Millionen Euro geschätzt, hinzu kommen Erwerbsgebühren von 198.000 Euro. Wie http://www.schwerin.news aus gewohnt gut informierten Kreisen erfahren hat, verhandelt die Stadt bzw eines der städtischen Unternehmen anscheinend bereits über den Erwerb des Brachlandes/ Fassade, um zumindest die historische Fassade zu erhalten und potenziell in ein neues Bauprojekt mit Wohn- oder Gewerbeflächen zu integrieren. Der Verkehrswert der Fassade, nebst Grundstück allein liegt so heißt es aus Expertenkreisen, bei rund 270.000 Euro.

Dem Verfall preisgegeben. Die Fassade bröckelt.

Was wird nun aus Fassade und Brachland?

Die Zukunft der Fassade hängt nun vom Ausgang der Versteigerung ab.

Sie gilt als letztes Überbleibsel der Schauburg-Kinogeschichte und steht exemplarisch für die Herausforderungen des Denkmalschutzes in privater Hand. Ob sie als Teil eines modernen Neubaus erhalten bleibt oder weiter verfällt, wird die Versteigerung entscheiden.

Schön wäre es, wenn die Stadt dieses Schauburg-Brachland ersteigern würde. Dann würde eine alte Idee, zumindest zeitweise – ein Freiluftkino – in greifbare Nähe rücken, bevor es dann, so munkelt man hinter vorgehaltener Hand ein Wohn und Gewerbehaus hinter der Fassade gebaut werden würde.


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