(stm)
Auf der Brachfläche an der Julius-Polentz-Straße in Lankow, einst Standort eines der Hochhäuses, soll ein Bildungs- und Stadtteilzentrum entstehen. Der Stadtteil Lankow steht demnach vor einem langjährigen Bauprojekt. http://www.schwerin.news hat sich die aktuellen Planungen einmal angesehen.
Abbruch Hochhaus, Julius-Polentz-Straße 1 + 2, Schwerin, Lankow
Knapp 8 Jahre ist es her, dass das Hochhaus in der Julius Polentz Straße abgerissen wurde. Seitdem lag / liegt die Fläche brach. Zwischenzeitlich sollten hier der „Ersatzspielplatz“ für den umstrittenen Verkauf und Abriss des Stadteilpark Lankow entstehen. Die Pläne wurden von der Stadt selbst zurückgenommen und stattdessen soll auf diesem Gelände nun ein neues Gebäude errichtet werden.
Auf der kommenden Sitzung des ZGM werden nun konkrete Planungen besprochen und beschlossen. (Hier geht es zur Tagesordnung der kommenden ZGM Sitzung).
Was soll auf die Brachfläche?
Die Landeshauptstadt Schwerin will dort nun einen Neubau für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der „emotional-sozialen Entwicklung“ realisieren. Das Vorhaben soll moderne Pädagogik mit urbanem Leben vereinen, indem es Schulräume für die Grundschule Lankow und die Regionalschule Werner von Siemens mit einem öffentlich zugänglichen Bürgerzentrum inklusive einem neuen Standort für die Stadtteilbibliothek verbindet.
Das rund 4.500 Quadratmeter große Grundstück bietet nach Ansicht der Stadt nicht nur ausreichend Platz für die Schulbauten, sondern auch für barrierearme Außenflächen und eine fußläufige Anbindung an die benachbarten Schulen. Die bisher genutzten Räumlichkeiten in der Flensburger Straße 22, einer ehemaligen DDR-Kita, gelten als sanierungsbedürftig und den aktuellen pädagogischen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Diese soll in den neuen Gebäudekomplex ziehen. Was aus dem alten gebäude wird, ist bisher nicht bekannt.
Millionenprojekt
Die Gesamtinvestition beläuft sich nach Informationen der ZGM (Zentrales Gebäudemanagement Schwerin) auf 36,8 Millionen Euro. Davon entfallen 32,8 Millionen Euro inklusive Ausstattung auf den Schulteil und 4,0 Millionen Euro auf das Bürgerzentrum. Damit dürfte klar sein, dass in dem gebäude dass derzeit auf der Stadtteilpark geplant wird, kein Bürgerzentrum oder dergleichen entstehen wird, sonder sich diese Planungen auf die Brachfläche Polenzstraße verlagern.
Gefördert wird das Projekt durch bereits bewilligte Städtebaufördermittel in Höhe von 4,0 Millionen Euro für das Bürgerzentrum sowie 10,44 Millionen Euro für den Schulneubau. Die Haushaltsmittel sind über die Jahre 2025 bis 2028 verteilt. Hier muss man anmerken, dass dies sehr ambitioniert erscheint, bei der aktuellen Haushaltslage der Stadt.
Der Werkausschuss des Zentralen Gebäudemanagements Schwerin will auf seiner Sitzung am 30. September 2025 die notwendigen Beschlüsse fassen, um die Vergabe von Bauaufträgen nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen einzuleiten. Die Bauleitung soll ermächtigt werden, Verträge für das Bauvorhaben ab einem Volumen von 500.000 Euro zu vergeben. Es wird also ziemlich konkret.
Was geplant ist
Die Planungen sehen drei klar strukturierte Gebäudeteile vor: Gebäude A für das Bürgerzentrum mit Veranstaltungsräumen und Bibliothek, Gebäude B und C für die schulischen Funktionen. Neben Klassen- und Fachräumen entstehen spezifische Angebote wie Therapieräume, Spielzimmer, eine Mensa und großzügige Freiflächen. Die Architektur setzt auf barrierearme Zugänge, moderne Materialien und eine klare Orientierung.
Das Projekt soll demnach ein bedeutender Schritt zur Umsetzung der Inklusionsstrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Schulentwicklungsplanung der Landeshauptstadt sein. Es soll dabei nicht nur adäquate Lernbedingungen für eine oft benachteiligte Schülergruppe werden, sondern einen lebendigen Begegnungsort für den gesamten Stadtteil Lankow werden.
Sämtliche Dokumente und die Beschlussvorlage können nachfolgend eingesehen und heruntergelden werden:


















