(stm)
Die Stadtvertretung hat den Oberbürgermeister Ende 2024 beauftragt, über den aktuellen Stand der Kfz-Zulassungs- und Führerscheinstelle in Schwerin zu berichten und Vorschläge zur kurzfristigen oder mittelfristigen Verbesserung zu machen. das Ergebnis der Prüfung liegt nun vor.
Die Bilanz fällt gemischt aus. Digital ist Schwerin bei Kfz-Zulassung und Führerschein deutlich vorangekommen, die Termine sind demnach meist schnell zu bekommen. Gleichzeitig gab es bei Abrechnungen und beim Austausch wichtiger Informationen lange Schwächen. Genau das zeigt die städtische Überprüfung der seit 2006 an den Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgelagerten Aufgaben. So geht es aus einer aktuellen Informationvorlage hervor.
Positiv: Vieles geht inzwischen online. iKfz läuft seit Herbst 2024; Privatleute melden sich mit BundID an, Unternehmen mit ELSTER. Die Nutzung nimmt zu, besonders die Außerbetriebsetzung – auch, weil sie online günstiger ist. Im Fahrerlaubnisbereich sind zahlreiche Anträge digital möglich, das Land stellt 2025 auf neue Software um und plant nach Angaben der Schweriner Stadtverwaltung einen landesweiten Onlinedienst vom Erstantrag bis zum internationalen Führerschein. Vor Ort sollen Monitore und Foto-Terminals die Wege verkürzen; der Pflichtumtausch bleibt aber ein Präsenztermin.
Im Alltag zählt vor allem: Termine gibt es in der Regel innerhalb weniger Tage, saisonale Spitzen ausgenommen. Und trotz Auslagerung bleibt Schwerin die erste Adresse: Der Großteil der Fälle von Schwerinerinnen und Schwerinern wird auch tatsächlich in Schwerin bearbeitet. Für Fragen betreibt der Landkreis die Behördennummer 115 für Stadt und Kreis – mit festen Zeiten und Rückmeldestandard. Zusätzlich wird Co-Browsing getestet: Mitarbeitende gehen am Telefon Schritt für Schritt durch Online-Anträge.
Warum dann die Überprüfung? Weil über Jahre Abrechnungen fehlten. Seit 2021 kamen vertraglich vereinbarte Quartalsabrechnungen nicht mehr regelmäßig. Das erschwert die Steuerung – und kostet Vertrauen. Nach einem Spitzengespräch am 12. August 2025 gilt: ein einheitliches Abrechnungsformat, Beispielrechnungen zur Abstimmung und klarere Wege für Rückmeldungen, etwa bei Fahrtenbuchauflagen. Erst wenn diese Punkte konsequent laufen, stimmt auch die kaufmännische Seite wieder.
Aus einer Bürgerbefragung nimmt die Stadt mit: Mehr digital wünschen sich viele – aber bitte ohne Hürden. Gleichzeitig sollen Angebote im Stadthaus gestärkt werden, etwa der Führerscheinumtausch mit Foto direkt vor Ort. Beides gehört zusammen: online, wo es schnell hilft; analog, wo es nötig ist. Eine Info-Offensive soll die 115 als zentrale Anlaufstelle schärfen und typische Stolpersteine bei Online-Anträgen abbauen.
Unterm Strich: Der Schritt in die digitale Verwaltung funktioniert – wirklich gut aber nur, wenn die Basis stimmt. Schnelle Termine, gute Software und eine erreichbare Hotline sind die eine Seite. Pünktliche Abrechnungen, verlässliche Datenflüsse und klare Zuständigkeiten die andere. Gelingt die Nachsteuerung, wird die Kooperation so robust, wie sie am Schalter und online vielerorts schon wirkt.
Hier kann die Informationsvorlage der Stadtverwaltung eingesehen und heruntergeladen werden:


















