(red/stm)
Ein Protest gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist am Schweriner Goethegynasium am heutigen Donnerstag in Gewalt eskaliert. Die Kriminalpolizei Schwerin ermittelt gegen einen 18-jährigen Schüler, der vier Lehrkräfte tätlich angegriffen und verletzt haben soll.
Angriff aus politischem Protest
Der Vorfall ereignete sich gegen 11:40 Uhr, als der 18-jährige Schüler mit einem Megafon lautstark für einen für morgen, den 5. Dezember, geplanten Schulstreik mobilisieren wollte und dadurch den Unterricht störte. Der Jugendliche soll nach Informationen der Redaktion in der Linksjugend Solid aktiv sein.
Als Lehrkräfte ihn aufforderten, die Mobilisierungsaktion zu beenden, eskalierte die Situation: Es kam zu körperlichen Übergriffen, bei denen vier Lehrkräfte leicht verletzt wurden. Ein Lehrer soll (unbestätigt) dabei eine Platzwunde am Kopf erlitten haben, die ihm durch einen Schlag mit dem Megafon beigebracht wurde.
Anhaltende Störung in Klassenräumen
Der Schüler setzte seine Störaktion fort, indem er nach der Auseinandersetzung in verschiedene Klassenräume ging und dort weiterhin lautstark über den anstehenden Streik informierte. Dies unterstreicht die Beharrlichkeit des Schülers bei seinem Versuch, die Mitschüler zu mobilisieren.
Bis zum Eintreffen der Polizei wurde der 18 Jährige nach Augenzeugenberichten von mehreren Lehrern am Boden fixiert.
Hintergrund: Schulstreik gegen Wehrpflicht vor der Staatskanzlei
Der gewalttätige Zwischenfall steht im direkten Zusammenhang mit dem bundesweiten Aufruf des Bündnisses „Nein zur Wehrpflicht“ zu einem Schulstreik am 5. Dezember 2025.
Auch in Schwerin ist eine Protestveranstaltung geplant: Laut Informationen des Friedensbündnisses Norddeutschland findet am morgigen Freitag ab 10:00 Uhr eine Demonstration und Kundgebung gegen die Wehrpflicht vor der Staatskanzlei in der Schloßstraße 2-4 statt. Die Veranstalter warnen vor einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft, die durch die geplante verpflichtende Musterung aller 18-jährigen Männer und die Einführung einer Bedarfswehrpflicht befeuert werde.
Die Polizei nahm vor Ort Anzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gegen den 18-Jährigen auf. Nach polizeilichen Maßnahmen wurde der Schüler an seine Mutter übergeben.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf und den Hintergründen der Eskalation dauern an.


















