(St.Mart)
Nach Informationen von schwerin.news plant das ZDF, sein Landesstudio Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin – den Standort am Pfaffenteich in der Kücken-Stiftung – voraussichtlich noch im Jahr 2026 zu schließen. Dadurch würde auch die Spielstätte der Serie „Hotel Mondial“ erschwert werden.
Öffentlich bestätigt ist das bislang nicht. http://www.schwerin.news stützt sich hier allerdings auf gewohnt gut informierte Quellen. Eine Stellungnahme des Senders liegt unserer Redaktion zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.
Der mögliche Rückzug hätte Signalwirkung, denn das ZDF-Landesstudio ist seit Jahren die zentrale Anlaufstelle, wenn Themen aus Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Programm landen sollen.
Landesstudios sind im ZDF-System ausdrücklich dafür da, regionale Entwicklungen journalistisch aufzubereiten und sie in die nationale Berichterstattung zu tragen – schnell, verlässlich und mit einem eigenen Blick auf das Bundesland.
Für Mecklenburg-Vorpommern umfasst das traditionell vor allem Landespolitik und Entscheidungen aus Schwerin, aber auch Wirtschafts- und Strukturthemen, gesellschaftliche Entwicklungen, Kultur sowie die großen touristischen und maritimen Themen des Landes. Der Standort am Pfaffenteich ist dabei nicht nur Adresse, sondern auch ein etablierter Produktionspunkt mit Redaktion, Schnittplätzen und Studioinfrastruktur.
Ob Mecklenburg-Vorpommern durch eine Schließung an Relevanz im ZDF verliert, hängt an der entscheidenden Frage, was „Schließung“ konkret bedeutet. Wenn lediglich der Standort aufgegeben und ein Teil der Arbeitsplätze in andere Räume verlegt wird, muss das journalistisch nicht zwangsläufig weniger Präsenz bedeuten. Werden jedoch parallel Strukturen zurückgefahren – etwa Personal, Technik oder die Möglichkeit, kurzfristig eigene Bilder und Live-Schalten zu produzieren –, dann sinkt erfahrungsgemäß die Schlagkraft. In der Praxis entscheidet gerade die Vor-Ort-Fähigkeit oft darüber, ob ein Thema schnell genug ins Programm gelangt, ob es mit eigener Handschrift erzählt wird oder ob es am Ende nur noch „mitläuft“, weil Wege, Prozesse und Ressourcen länger und knapper werden.
Der Zeitpunkt würde in eine Phase fallen, in der öffentlich-rechtliche Sender insgesamt unter hohem Reform- und Spardruck stehen. Das führt vielerorts zu Verdichtung, Zentralisierung und Standortdebatten – häufig mit dem Argument, man könne Aufgaben effizienter bündeln.
Genau hier liegt das Risiko für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern: Weniger dauerhaft verankerte Präsenz in der Landeshauptstadt bedeutet nicht automatisch weniger Berichterstattung, aber oft eine andere Logik. Themen entstehen dann stärker aus Terminketten, Agenturlagen und überregionalen Prioritäten – und seltener aus dem alltäglichen „Dranbleiben“ vor Ort, das man braucht, um regionale Konflikte, langwierige Verwaltungs- und Infrastrukturfragen oder leise gesellschaftliche Trends in ihre Bedeutung zu übersetzen.
Nach den der Redaktion vorliegenden Informationen soll als mögliche Perspektive eine Bündelung mit dem NDR-Standort im Schlossgartenviertel im Raum stehen. Das wäre ein Hinweis darauf, dass es nicht zwingend um ein komplettes Ende der ZDF-Präsenz im Land gehen muss, sondern womöglich um eine Neuordnung der Arbeitsweise und der Räumlichkeiten. Allerdings wäre selbst dann entscheidend, ob es sich um eine reine „Adresse-Änderung“ handelt oder um einen Abbau von Kapazitäten. Denn am Ende kämen Mitarbeitende in beiden Studios aufeinander, die exakt das gleiche tun. Dies würde die Tür für Entlassungen öffnen – bei NDR oder beim ZDF.
Am Ende käme die Frage auf – NDR oder ZDF – beides hätte seine Nachteile und würde Mecklenburg Vorpommern, auch Schwerin medial weiter zurückwerfen.
Für Schwerin als Medienstandort stünde viel auf dem Spiel: Ein ZDF-Landesstudio ist nicht nur Mieter in einem Gebäude, sondern auch Teil der öffentlichen Wahrnehmung, ein Netzwerkpunkt für Recherchen und ein sichtbares Zeichen dafür, dass Landespolitik und Landesrealität im bundesweiten Nachrichtenbetrieb einen festen Platz haben.
Schwerin.news wird die Entwicklung weiter verfolgen und beim ZDF in den nächsten Tagen eine Stellungnahme zu den Planungen, zum Zeitplan und zu den Auswirkungen auf Personal, Technik und Berichterstattungsauftrag anfragen.


















