PM. Landeshauptstadt Schwerin

Nachdem im Dezember die Bagger schon Erdarbeiten für die neue Mobilitätsstation am Bahnhof erledigt haben, liegt das Grundstück direkt gegenüber dem Stadthaus Am Packhof nun unter einer geschlossenen Schneedecke. Ab Frühjahr wird hier für ca. 3,2 Millionen Euro ein zweistöckiges Gebäude mit ca. 200 Fahrradstellplätzen, Gepäckschließfächern, Lademöglichkeiten für E-Bikes sowie einem Fahrradverleih und Servicepunkt errichtet. Betreiber wird der Nahverkehr Schwerin (NVS) sein.

„Wir haben großes Interesse an der schon lange geplanten Mobilitätsstation. So können wir die Erreichbarkeit unserer Haltestellen und des Bahnhofs für Radfahrer verbessern und unsere eigenen Verleihangebote für Fahrräder viel besser mit dem ÖPNV verknüpfen. Insbesondere Pendelnde sowie Gelegenheitsnutzerinnen und -nutzer entstehen dadurch komfortable und zeitsparende Mobilitätsoptionen, die im Stadtverkehr deutlich attraktiver als das eigene Auto sind“, sagt Thomas Schlüter, Geschäftsführer des Nahverkehrs Schwerin.

Zurzeit betreibt der NVS einen nicht sehr zentral gelegenen Fahrradverleih in der Jahnstraße, der dann geschlossen werden soll. „Mit den deutlich größeren Abstell- und Betriebsflächen am Bahnhof können wir unseren Bestand an Mieträdern deutlich aufstocken, den Verleih von Lastenrädern gezielt ausbauen und auch Angebote für größere Nutzergruppen wie Familien, Unternehmen oder kleine Reisegesellschaften bereitstellen“, verdeutlicht der der Leiter des städtischen Nahverkehrsbetriebs.

Rechnet sich das? Nicht sofort. Der Businessplan des NVS geht davon aus, dass die Einnahmen die Kosten des laufenden Betriebs nach vier Jahren decken werden. Kalkuliert werden die Dauerparkplätze mit 100 Euro im Jahr, die Gepäckschließfächer mit drei Euro am Tag. Hilfreich für die Kalkulation ist natürlich auch, dass die Errichtung der Mobilitätsstation mit 90 Prozent von Land und Bund gefördert wird, 3 Prozent des städtischen Eigenanteils übernimmt zudem die Metropolregion Hamburg.

Die Fertigstellung ist Ende 2026, die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2027 geplant. Als Standort in der Nähe des Hauptbahnhofs kann die Stadt ein eigenes Grundstück Am Packhof nutzen. Der Grunthalplatz selbst, wo sich ein wichtiger Knoten- und Umstiegspunkt für zahlreiche Buslinien und die Straßenbahn befindet, wurde aus denkmalrechtlichen Erwägungen ausgeschlossen.

„Wer sein Rad den ganzen Tag oder gar über Nacht unbeaufsichtigt am Bahnhof lassen soll, entscheidet sich meist dagegen. Für immer teurere Räder und E-Bikes wird eine abschließbare Möglichkeit dringend gebraucht. In vielen, auch kleineren, Städten ist das ein selbstverständliches Angebot. Schön, dass es das in Schwerin auch endlich geben wird“, sagt Madleen Kröner vom Radentscheid Schwerin.

„Fahrradparkhäuser senken nicht nur eine wichtige Hürde für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad, sie benötigen deutlich weniger Raum als Parkplätze für Autos“, stellt Mirko Goldammer fest, der im städtischen Verkehrsmanagement für den Radverkehr zuständig ist. „Damit entlasten sie Gehwege und öffentliche Plätze, wo abgestellte Fahrräder oft Fußgängern und mobilitätseingeschränkten Personen im Wege stehen.“ Auch für Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum ist die Mobilitätsstation ein Schlüsselelement für eine leistungsfähige Radverkehrsinfrastruktur in Schwerin. „Es verbessert Sicherheit, Komfort und Verlässlichkeit des Radfahrens und trägt maßgeblich dazu bei, den Radverkehr als festen Bestandteil nachhaltiger Mobilität zu etablieren.“


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