PM/ Sozial‑Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend gGmbH

Viele Stimmen und eine ziemlich klare Meinung – so kann man die Rückmeldung der knapp 860 Kinder und Jugendlichen zum anstehenden Bürgerentscheid über den Erhalt oder den Verkauf der Grünfläche an der Kieler Straße in Schwerin-Lankow knapp zusammenfassen. Denn mit 93 Prozent hat sich eine klare Mehrheit der jungen Menschen für den Erhalt („Ja“) des Spielplatzes ausgesprochen. Befragt wurden dabei hauptsächlich Kinder und Jugendliche, die selbst in Lankow und der Weststadt leben und dann in ihrem Stadtteil direkt vom Ergebnis des Bürgerentscheides betroffen sind.

Initiiert wurde die Befragung von der Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend gGmbH, die neben Angeboten der Jugend- und Schulsozialarbeit auch die Stelle zur Kinder- und Jugendbeteiligung in Schwerin verantwortet. „Für uns ist es Aufgabe und Anliegen zugleich, dass Kinder und Jugendliche angemessen über sie betreffende gesellschaftliche und politische Themen informiert werden und sie die Möglichkeit haben, ihre Sichtweisen und Meinungen dann auch entsprechend einzubringen“, erklärt Olaf Hagen als Geschäftsführer des Trägers. Und er ergänzt: „Im Grunde genommen konnten wir gar nicht anders, als anlässlich dieses ersten Schweriner Bürgerentscheides eine solche Befragung gemeinsam mit dem Schweriner Kinder- und Jugendrat auf den Weg zu bringen.“

Um gerade die Sicht der Kinder und jüngeren Jugendlichen in dieser Frage sichtbar zu machen, haben der Jugendrat und die Beteiligungsmoderation altersentsprechende Infomaterialien bereitgestellt und niedrigschwellige Beteiligungswege organisiert. Dabei war es dem Vorbereitungsteam ganz besonders wichtig, dass die Infomaterialien neutral formuliert sind. Und auch auf den eigens entwickelten Abstimmungsplakaten konnten die Kinder – ähnlich wie beim Bürgerentscheid – ihre Stimme abgeben: für ein „Ja – Erhalt“ oder ein „Nein – Verkauf“.

Unterstützt wurde das Beteiligungsprojekt z. B. von Fachkräften der Schul- und Jugendsozialarbeit sowie von Lehrkräften an verschiedenen Schweriner Schulen. In einigen Schulen wurden sogar eigene und schulintern organisierte Abstimmungen durchgeführt. In der Heinrich-Heine-Grundschule zum Beispiel fiel das Ergebnis mit 239 Stimmen für „Ja“ und 14 Stimmen für „Nein“ dann doch sehr deutlich aus. Überhaupt sind die Organisatoren der Befragung überrascht von der hohen Beteiligung und dem klaren Votum der noch nicht stimmberechtigten Schweriner Kinder und Jugendlichen.

Aufruf des KiJuRa an Stimmberechtigte

„Der Bürgerentscheid ist ein wichtiges Instrument der direkten Demokratie in Schwerin“, stellt auch Mia, eine der drei Sprecher:innen des KiJuRa, fest. Sie weist darauf hin, dass es sich beim Stadtpark um einen Ort handelt, der häufig von jüngeren Kindern genutzt wird, die aufgrund ihres Alters vom Wahlprozess ausgeschlossen sind. Daher ruft sie alle Stimmberechtigten dazu auf, sich bis zum 25. Januar an diesem demokratischen Prozess zu beteiligen und in ihrer Entscheidung mitzudenken, dass die Anliegen und Interessen der Kinder und Jugendlichen klar und berechtigt sind – auch wenn sie selbst noch kein Wahlrecht haben.


Ergänzende Informationen:

Die SoDA-EJ gGmbH stärkt gemeinsam mit dem Schweriner Kinder- und Jugendrat die Mitbestimmung junger Menschen in Schule, offener Kinder- und Jugendarbeit und im Sozialraum. Der Kinder- und Jugendrat ist die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in der Landeshauptstadt Schwerin und bringt ihre Anliegen in politische Prozesse ein.

Eine Übersicht der teilnehmenden Einrichtungen:

Schulen: Friedensschule, Grundschule Lankow, Regionale Schule „Werner von Siemens“, Regionale Schule Weststadt-Campus
(Information der Kinder und Jugendlichen und Abstimmung über die symbolischen Plakate)

Straßensozialarbeit Weststadt/Lankow
(Information der Kinder und Jugendlichen und Abstimmung über die symbolischen Plakate)

• Heinrich-Heine-Grundschule
Information der Kinder und schulinterne Abstimmung (echte Auszählung)

Die verwendeten Informationsmaterialien für die Kinder und Jugendlichen wurden auf Grundlage der öffentlichen Bekanntmachungen der Landeshauptstadt Schwerin zum Bürgerentscheid erstellt. Sie sind auf der Webseite des Schweriner Kinder- und Jugendrates abrufbar (www.kijura-sn.de).

• In den Informationsmaterialien wurde deutlich darauf hingewiesen, dass es sich bei der Befragung allein um eine symbolische Abstimmung handelt, um sichtbar zu machen, wie Kinder und jüngere Jugendliche diese Frage beurteilen, und dass letztlich allein das Ergebnis des Bürgerentscheides für das weitere Vorgehen (Verkauf/Erhalt) der Landeshauptstadt Schwerin bindend ist.

• Die separat durchgeführten schulinternen Wahlen wurden von den Schulen eigenständig organisiert und dort entsprechend auch ausgezählt.


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