(red)
Schwerins Fachstelle Chancengleichheit arbeitet oft im Hintergrund, ist aber für viele Bereiche eine zentrale Drehscheibe. Der Tätigkeitsbericht 2025, der nun vom Oberbürgermeister vorgelegt wurde, zeigt, dass hier Integration, Gleichstellung sowie Behinderten- und Seniorenarbeit zusammenlaufen und zusätzlich kommunale Kriminalitätsvorbeugung und Demokratieförderung mit bearbeitet werden. Die Fachstelle bündelte demnach in 2025 Aktivitäten, vernetzt Initiativen und Institutionen, berät Engagierte und war auch Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die konkrete Fragen zu Angeboten, Unterstützung oder Gleichstellungsthemen hatten. Verwaltungsintern wirkte sie außerdem an übergreifenden Strategien mit und arbeitete am Integrationskonzept sowie am seniorenpolitischen Gesamtkonzept der Stadt mit.
2025 war dabei auch personell ein besonderes Jahr, denn die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten war von Mitte Februar bis einschließlich Juli unbesetzt. Aufgaben wurden in dieser Zeit teilweise von der Integrationsbeauftragten mit übernommen, was die ohnehin breite Themenlage zusätzlich verdichtete.
In der öffentlichen Arbeit setzte die Fachstelle vor allem auf Sichtbarkeit durch Veranstaltungen. Im März wurden Formate zum Internationalen Frauentag umgesetzt und die Internationalen Wochen gegen Rassismus mit einem Workshop und insgesamt zehn begleitenden Veranstaltungen koordiniert. Im Juni folgte ein Fachtag im Rahmen des FaBi-Projekts zur diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Gestaltung frühkindlicher Bildung. Im September stand die Interkulturelle Woche im Mittelpunkt, mit Eröffnungsfeier am Pfaffenteich, einem Familienfest und der Koordinierung von 19 Veranstaltungen. Im Herbst wurde die Demokratiekonferenz des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ begleitet, die als mehrteiliges Format ein Mitmach-Festival auf dem Berliner Platz, einen Dialog-Workshop sowie eine Ausstellung mit Lesung verband. Im November unterstützte die Fachstelle außerdem den Fachtag „Diversität in der Kinder- und Jugendbeteiligung“ und war in die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November eingebunden.
Ein Kernstück bleibt das Netzwerk Migration, das über die Fachstelle koordiniert wird und inzwischen mehr als 150 Mitglieder aus über 70 Institutionen umfasst. 2025 wurden zwei große Netzwerktagungen organisiert, dazu liefen Sitzungen des Sprecherrates und fünf Arbeitstische weiter, die sich unter anderem mit Ausbildung und Arbeit, gesellschaftlicher Integration, interreligiösem Dialog, Beratung sowie dem Übergang von Kita zur Schule befassen.
Neben Vernetzung und Veranstaltungen spielt die Förderung von Projekten eine wichtige Rolle. Im Bericht werden unter anderem Mittel aus „Demokratie leben!“, das Projekt „FaBi2. Familien- und Fachkräftebildung in Schwerin“, die Förderung des Schweriner Frauenhauses, vier Kleinstprojekte über den Kommunalen Rat für Kriminalitätsvorbeugung sowie die Sprach- und Kulturmittlung „SpuK“ genannt. Parallel unterstützt die Fachstelle Träger bei der Fördermittelakquise, erstellt Stellungnahmen und begleitet Vorhaben auch administrativ bis hin zu Nachweisen gegenüber Fördermittelgebern.
Viel Arbeit passiert dabei jenseits der Öffentlichkeit in Konzepten, Abstimmungen und Programmdurchführungen. Die Fachstelle wirkt an verwaltungsübergreifenden Vorhaben mit, führt Programme wie „FaBi“ und „Demokratie leben!“ verwaltungsseitig durch und koordiniert den Kommunalen Rat für Kriminalitätsvorbeugung, der 2025 unter anderem Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum als Fokusthema hatte. Ergänzt wird das durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, kultursensible Kommunikationsunterstützung für andere Bereiche der Stadtverwaltung und die Beantwortung vieler Bürgeranfragen. Für 2026 ist zudem eine Neuauflage der Broschüre „Hier finden Sie Hilfe“ angekündigt.
Unterm Strich macht der Bericht deutlich, wie viel Strukturarbeit nötig ist, damit Integration, Teilhabe, Schutz und Demokratieförderung in Schwerin nicht nur Schlagworte bleiben, sondern im Alltag funktionieren – auch in einem Jahr, in dem eine zentrale Stelle monatelang nicht besetzt war.
Hier kann der Bericht der Fachstelle Chancengleicheit eingesehen und heruntergeladen werden:

















