Nachdem bereits Heiko Steinmüller (Einzelkandidat), Sebastian Ehlers (CDU), Petra Federau (AfD), Mandy Pfeiffer (SPD/Linke)  und Dr. Aileen Wosniak ihre Kandidaturen bekannt gegeben haben, kommt nun ein weiterer Kandidat hinzu.

Vom Großen Dreesch ins Rathaus? ASK schickt Wosniak ins OB-Rennen – schwerin.news

Der Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmer (FDP), Lars Schubert kündigt in einer Pressemitteilung seine zweite Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters an – nach 2002 nun erneut. Diesmal verbindet er seine Bewerbung mit einem Rundumschlag gegen das, was er als „Verwalten des Niedergangs“ beschreibt: zu viele Vorgaben, zu viel Bürokratie, zu wenig Gestaltungswille – und eine Verwaltung, die sich aus Sicht vieler Bürger längst zu weit von Alltag und Rechtsgefühl entfernt habe.

Schubert macht keinen Hehl daraus, dass er das Amt nicht für eine „verlockende“ Karriere-Station hält. Im Gegenteil: Die kommenden Jahre würden, so seine Prognose, „eines der schwierigsten politischen Führungsämter überhaupt“. Seine Begründung ist groß gezeichnet – und bewusst dramatisch: wirtschaftliche Verwerfungen, wegbrechende kommunale Spielräume, abwandernde Industrie. Als warnendes Beispiel führt er den Einbruch von Gewerbesteuereinnahmen in Rastatt an und malt sogar ein „Rust-Belt“-Szenario für Deutschland. In Schwerin, argumentiert er, sei der erhoffte selbsttragende Aufschwung seit den frühen 2000ern ausgeblieben; die Stadt hänge weiterhin an Transfermechanismen – Mittel, die nun sichtbar versiegten.

Der Kern seiner Kandidatur ist weniger ein klassisches Stadtprogramm als ein Rollenbild fürs Rathaus. Schubert will den Oberbürgermeister als „obersten Anwalt der Bürger – nicht obersten Verwalter“ verstanden wissen. Verwaltung sei Werkzeug, kein Selbstzweck. Besonders scharf wird er dort, wo er über Erlebnisse spricht, bei denen Bürger zwischen Zuständigkeiten, Verfahren und Vorschriften „zerrieben“ würden – und er verbindet das direkt mit einer Warnung: Wer so behandelt werde, verliere Vertrauen, rutsche politisch an die Ränder. Bindung an Recht und Gesetz müsse nicht erst vor Gericht beginnen, sondern „jeden Morgen am Schreibtisch“.

Auch politisch positioniert er sich deutlich über den lokalen Tellerrand hinaus. Schubert verknüpft seine Motivation ausdrücklich mit den Corona-Jahren, dem Klimaschutz-Urteil des Bundesverfassungsgerichts und einer aus seiner Sicht fehlgeleiteten „Transformation“. Seine Sprache ist dabei maximal kämpferisch – bis hin zum Satz: „Das freie Deutschland ist seit 1989 mein Land, ich gebe es nie wieder her.“

Interessant für Schwerin: Obwohl er als Freier Demokrat auftritt, will Schubert als unabhängiger Einzelbewerber kandidieren. Begründung: Er wolle „Enttäuschten“ in der bürgerlichen Mitte wieder eine Stimme geben – ohne „große Apparate“, stattdessen persönlich, direkt, vor Ort. Unter dem Motto „Schwerin im Herzen. Das Land im Blick.“ kündigt er eine „freiheitliche Bürgerkandidatur“ an – mit wirtschaftlicher Vernunft, sozialem Zusammenhalt und einer Verwaltung, die „unideologisch, bürgernah und radikal effizient“ arbeiten soll.

Rückblick: Schuberts erste OB-Kandidatur 2002

Neu ist der Name im OB-Zusammenhang nicht. 2002 trat Lars Schubert bereits einmal an – damals für die Sozialliberale Partei (SLP). In der Hauptwahl am 14. April 2002 erreichte er 701 Stimmen (2,0 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 43,8 Prozent. In die Stichwahl zogen damals Norbert Claussen (CDU) und Gerd Böttger (PDS) ein; Claussen gewann schließlich am 28. April 2002 die Stichwahl.

Die SLP war seinerzeit eine kleine Partei in Mecklenburg-Vorpommern, entstanden Ende der 1990er Jahre aus dem Umfeld ehemaliger SPD-Mitglieder; Schubert war damals deren Landesvorsitzender.


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