(Kommentar, stm)
Das ist nicht mehr „unglücklich formuliert“. Das ist nicht „missverständlich“. Das ist auch kein „Streit um Details“. Es ist eine nachweisbare Unwahrheit – und sie kommt ausgerechnet von jemandem, der als Stadtpräsident Vertrauen garantieren soll und gleichzeitig als OB-Kandidat um Stimmen wirbt.
Sebastian Ehlers hat für eine Spendenaktion zum Spielplatz/Stadtteilpark Kieler Straße eine Geschichte in die Welt gesetzt, die überprüfbar nicht stimmt: Es gebe gesperrte Bereiche bzw. gesperrte Geräte aus Sicherheitsgründen. Der Zustand, des durch den Bürgerentscheid geretteten Stadtteilpark sei desolat.
Die Realität: Es gibt keine gesperrten Bereiche. Keine Absperrungen. Keine Sperrbänder. Keine „Benutzung verboten“-Schilder. Nichts. Wer „gesperrt“ behauptet, behauptet eine konkrete Maßnahme. Und genau diese Maßnahme existiert nicht. Der Zustand ist nicht so schlimm wie der amtierende Stadtpräsident behauptet. Wer daran zweifelt, braucht nur einmal in die Kieler Straße fahren und kann sich selbst ein Bild machen. Klar sind die Geräte alt, aber Gefahr – wie es Stadtpräsident Ehlers und Ortsteilsvorsitzende Manow suggerieren besteht nicht. Zudem ist die Qualität des Stadtteilparkes nicht das eine „Spielgerät“ sondern die parkähnliche Struktur mit Wiesen, Bäumen und Natur.
Schwerin News war am Samstag gegen 13.45 Uhr live vor Ort:
https://www.facebook.com/share/v/17qfjcR47H/
Aktenlage: Die Stadt bewertet den Spielplatz als „ohne Änderungsbedarf“ – guten Zustand und stark genutzt
Und damit nicht genug. Die Stadt selbst hat den Standort in der Spielplatzkonzeption 2025–2029 bewertet – und dort steht schwarz auf weiß:
„Auf dem Spielplatz sind keine Veränderungen notwendig.“
„Nutzungsintensität hoch.“
Das ist die offizielle Bewertung, nicht irgendeine Meinung. Wenn Ehlers parallel ein Alarm-Narrativ bedient, um Spenden zu mobilisieren, dann ist das nicht nur inhaltlich falsch. Es ist politisch unanständig – weil es mit dem empfindlichsten Hebel arbeitet: Sicherheit von Kindern.
Integrität heißt: Fakten sagen – nicht Gefühle erzeugen
Ein Stadtpräsident ist kein Influencer, der sich mit zugespitzten Claims Reichweite holt. Er ist Repräsentant der Stadtvertretung. Sein Wort muss mehr wert sein als ein Kampagnentrick.
Wer in dieser Funktion die Öffentlichkeit mit einer nachweislich falschen Sperr-Behauptung in eine Spendendramaturgie zieht, verliert das, was er am dringendsten braucht – als Amtsträger und als OB-Kandidat: Glaubwürdigkeit.
Und ja: Das berührt die Integrität. Weil Integrität im Politischen nichts Abstraktes ist. Sie zeigt sich an einer einfachen Frage: Sagt er die Wahrheit, wenn es überprüfbar ist? Oder erzählt er das, was gerade nützt?
Der Kontext macht es noch schlimmer: Erst NEIN, dann „Retter“ – und die Investorennähe liegt dokumentiert vor
Es kommt hinzu, dass Ehlers vor dem Bürgerentscheid am 25. Januar nicht auf der Seite des Erhalts stand, sondern für ein NEIN eintrat. Gleichzeitig stand im Raum, dass der Stadtteilpark an einen Parteikollegen (ehemaliger CDU-Kandidat) verkauft werden sollte. Und es gibt das Foto von der letzten OB Wahl, auf dem Ehlers gemeinsam mit den Investoren zu sehen ist.
Das ist alles dokumentiert. Und genau deshalb wirkt der aktuelle Auftritt nicht wie „plötzliches Herz für den Spielplatz“, sondern wie das, was er faktisch ist: ein Wahlkampfmanöver mit Kinder- und Sicherheitskulisse um zum einen den aus seiner Sicht verlorenen Bürgerentscheid doch noch für sich zu nutzen, geradezu umzudeuten – zum anderen in dem laufenden OB Wahlkampff das Thema loszuwerden ujd sich als „Retter“ darzustellen. Und das alles alles zusätzlich noch ohne jegliche Rücksprache mit der Bürgerinitiative. Wenn das der zukünftige Stil von OB Kandidat Ehlers in der Verwaltungsspitze sein soll, gute Nacht Schwerin.
Was jetzt fällig ist: kein Ausweichen, keine Nebelkerzen – sondern Verantwortung
Wer sich als OB bewirbt, muss Verantwortung übernehmen, wenn er danebenliegt. Und wer als Stadtpräsident spricht, muss sofort korrigieren, wenn er Unwahres verbreitet.
Was es jetzt braucht, ist glasklar:
- Rücknahme der Sperr-Behauptung.
- öffentliche Klarstellung, warum so etwas überhaupt behauptet wurde.
- Transparenz über die tatsächliche Lage: Welche Mängel gibt es konkret – und was ist daran so, dass man es ohne Dramatisierung erklären kann?
Denn wenn ein Amtsträger bereits bei einem lokal überprüfbaren Fakt wie „gesperrt / nicht gesperrt“ die Unwahrheit erzählt, dann stellt sich eine viel größere Frage als die nach einer Schaukel: Wie soll man ihm beim Führen einer Verwaltung vertrauen?














