(red)

Auf dem Gelände der ehemaligen Schweriner Möbelwerke an der Wismarschen Straße soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die meisten kennen das Gelände nur als „ehemaliger Edeka“ und heutige WellYou Fitnesscenter. Das hinter den Gebäuden eine riesige Grün und Brachfläche liegt, ist den wenigsten bekannt. Diese soll nun bebaut werden.

Was bisher bekannt ist:

Grundlage dafür ist der Bebauungsplan der Innenentwicklung Nr. 88.13 „Lewenberg – Ehemalige Möbelwerke“. Mit dem nächsten Verfahrensschritt soll der Planentwurf öffentlich ausgelegt werden. Damit können Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden und Träger öffentlicher Belange die Unterlagen einsehen und Stellungnahmen abgeben.

Was geplant ist

Das Plangebiet umfasst rund 5,7 Hektar und liegt zwischen Möwenburgstraße, Wismarscher Straße sowie Siedlerweg/Robert-Blum-Straße. Die Fläche ist heute teils gewerblich genutzt, teils ungenutzt bzw. brachliegend. Bestehende Büro- und Verwaltungsnutzungen an der Wismarschen Straße sollen laut Unterlagen in die Planung integriert werden; andere bauliche Anlagen innerhalb des Areals sollen zurückgebaut werden, um Platz für neue Nutzungen zu schaffen.

Vorgesehen sind Allgemeine Wohngebiete sowie Urbane Gebiete. Letztere erlauben grundsätzlich eine dichtere, stärker gemischte Nutzung. In der Flächenbilanz werden etwa 27.077 Quadratmeter als Allgemeine Wohngebiete und rund 12.244 Quadratmeter als Urbane Gebiete ausgewiesen. Hinzu kommen Verkehrsflächen sowie private und öffentliche Grünflächen, darunter auch der Bolzplatz „Am Siedlerweg“ (ca. 1.400 Quadratmeter).

Größenordnung: mehrere hundert Wohnungen möglich

In der Begründung wird je nach angenommener durchschnittlicher Wohnungsgröße von rund 520 bis etwa 600 Wohneinheiten ausgegangen. Geplant ist ausschließlich Geschosswohnungsbau. Genannt werden zudem Pflegeangebote sowie betreutes Wohnen.

Städtebaulich soll es eine Staffelung der Gebäudehöhen geben, insbesondere mit niedrigeren Bauhöhen in Richtung der bestehenden Wohnbebauung am Siedlerweg und an der Robert-Blum-Straße.

Verkehr: neue Anbindung – Ampel vorgesehen

Die Erschließung des Quartiers ist über eine neue Anbindung am Knotenpunkt Wismarsche Straße/Pappelgrund vorgesehen. Geplant ist ein vierarmiger Knotenpunkt, der laut Unterlagen zwingend mit einer Lichtsignalanlage betrieben werden soll. Als Gründe werden unter anderem die örtlichen Gegebenheiten, die kurzen Abstände zu benachbarten Knotenpunkten sowie die Haltestellensituation genannt.

Die Haltestelle „Kinderzentrum“ soll am Standort verbleiben. In den Unterlagen wird beschrieben, dass die Steuerung auch die Anforderungen des ÖPNV (Haltestellensicherung, Bevorrechtigung) berücksichtigen soll. Eine Verkehrsuntersuchung wurde nach einer Verdichtung des städtebaulichen Entwurfs überarbeitet; die Anbindung wird als leistungsfähig und verkehrssicher bewertet – unter der Voraussetzung einer leistungsfähigen Lichtsignalanlage.

Regenwasser, Dächer, Energie

Für die Dachflächen sind Gründächer vorgesehen, soweit diese nicht als Dachterrassen genutzt werden. Zusätzlich soll die jeweils höchstgelegene Dachfläche eines Gebäudes mit Photovoltaik ausgestattet werden – mindestens auf der Hälfte der nach Begrünung verbleibenden nutzbaren Fläche.

Beim Umgang mit Niederschlagswasser wird in den Unterlagen darauf verwiesen, dass die Böden im Plangebiet nicht versickerungsfähig seien. Daher ist eine Ableitung in den Ziegelaußensee vorgesehen; eine entsprechende Ableitung existiere bereits.

Grün, Bäume und Artenschutz

Entlang der neuen Planstraßen sind insgesamt 42 standortgerechte, „klimatolerante“ Straßenbäume vorgesehen; auch für Quartiersplätze sind Baumpflanzungen festgesetzt. Zudem sollen an Gebäuden Fledermaus- und Mauerseglerkästen in festgelegter Anzahl angebracht werden.

In der landschaftsplanerischen Betrachtung wird beschrieben, dass Ruderalflächen im Zuge der Umsetzung entfallen, während andere Gehölzflächen – insbesondere im östlichen und südlichen Bereich – erhalten bleiben sollen. Zum Bolzplatz „Am Siedlerweg“ wird benannt, dass eine Umgestaltung zu einem Spielplatz vorgesehen sei; eine konkrete Detailplanung liege dafür jedoch noch nicht vor.

Worum es in der Auslegung gehen dürfte

Mit der Auslegung steht der Entwurf erstmals in einer Phase, in der Hinweise und Kritik formal eingebracht werden können. Erfahrungsgemäß werden dabei insbesondere Fragen zur Verkehrsbelastung und zur Leistungsfähigkeit der geplanten Ampelanlage, zur städtebaulichen Dichte und Gebäudehöhe, zum Lärmschutz, zu Grünflächen und Aufenthaltsqualität sowie zum Umgang mit Regenwasser eine Rolle spielen.

Die Auslegung entscheidet nicht automatisch über „Ja“ oder „Nein“ zum Projekt – sie ist aber der Zeitpunkt, an dem Anregungen und Einwände nachvollziehbar dokumentiert und abgewogen werden können.


Hier können alle bisher öffentlich zugängliche Unterlagen zu diesem geplanten Baugebiet eingesehen und heruntergeladen werden:

SessionNet | Bürgerinformationssystem der LHS Bebauungsplan der Innenentwicklung Nr. 88.13 „Lewenberg – Ehemalige Möbelwerke“


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