(red)
Nun liegt das Protokoll der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan Nr. 138 „Weststadt – Johannes-Brahms-Straße“ vor. Darin ist nun auch schriftlich festgehalten, was am 20. Januar 2026 im SWG-Nachbarschaftstreff (Lessingstraße) diskutiert wurde – und welche Punkte schon jetzt für Reibung sorgen. Rund 85 Bürgerinnen und Bürger waren laut Protokoll dabei. Wer sich in Zukunft mit dem Thema auseinandersetzen möchte – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, sollte auch zugriff auf das Protokoll haben. Deswegen dieser Artikel.
Geplant ist demnach ein neues Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen beruflichen Schule für Technik, westlich der Johannes-Brahms-Straße. Genannt werden unterschiedliche Wohnformen und Freiflächen – außerdem soll die Sporthalle im südwestlichen Teil saniert und anschließend öffentlich nutzbar werden.
Besonders präsent war die Frage nach der Dimension: Im Protokoll heißt es, im aktuellen städtebaulichen Entwurf werde davon ausgegangen, dass etwa 200 bis 300 Wohneinheiten realisierbar sind – die genaue Zahl solle sich erst im weiteren Prozess ergeben.
Der heikelste Punkt: Zwei bestehende Wohnblöcke an der Johannes-Brahms-Straße sollen zurückgebaut werden. Aus dem Protokoll geht hervor, dass dies mit der Tiefgaragen-Logik begründet wird: Für den ruhenden Verkehr seien Tiefgaragen „notwendig“, der Rückbau sei „angebracht“, um dort neu zu bauen – mit zugeordneten Tiefgaragenplätzen. Das solle die Parkplatzsituation im Umfeld spürbar entlasten. Eine SWG-Kosten-Nutzen-Rechnung komme zudem zum Ergebnis, dass Rückbau „rentabler“ sei. In der Diskussion fiel dazu ausdrücklich auch der Einwand „graue Energie“.
Auch zur Gebäudehöhe steht im Protokoll: Verlässliche Aussagen seien noch schwierig, gearbeitet werde mit vier bis sechs Geschossen, sechs nur an „stadtbildprägenden Punkten“. Staffelgeschosse in der Visualisierung sollen vor allem die Idee von Dachterrassen zeigen. Gleichzeitig wird festgehalten, dass aus dem Quartier eine Reduzierung auf maximal drei Geschosse gefordert wurde, damit Sichtachsen aus der Leonhard-Frank-Straße nicht eingeschränkt werden.
Beim Thema Verkehr wurde der Hinweis „300 WE bedeuten ca. 300 Autos“ protokolliert. Die Stadt kündigt an, ein Verkehrsgutachten und eine schalltechnische Beurteilung erarbeiten zu lassen – auch mit Blick auf die Verkehrsknoten im Umfeld.
Zum Umgang mit Regenwasser steht im Protokoll das Schwammstadtprinzip: speichern, filtern, verzögert abgeben. Vorgesehen sind Gründächer; Photovoltaik wird „ggf.“ genannt, die Verwertung sei noch zu klären.
Offen bleibt, wo die 20 Prozent Sozialwohnungen liegen sollen – möglich sei eine Verteilung über das Quartier. Bestätigt wird dagegen: Alle Gebäude sollen Aufzüge bekommen, Wohnungen barrierearm bis barrierefrei und schwellenfrei.
Und der Zeitplan? Laut Protokoll ist das Ziel, bis Ende 2026 den Offenlagebeschluss für den Entwurf zu erreichen. Ein Baubeginn könne noch nicht benannt werden; nach Rechtskraft seien zuerst Erschließungsleistungen nötig, ein Start der Erschließung wird „voraussichtlich Ende 2027“ genannt. Eine zweite Infoveranstaltung wird für Herbst 2026 in Aussicht gestellt. http://www.schwerin.news wird dann erneut berichten.
Hier kann das vollständige Protokoll eingesehen und heruntergeladen werden:















