(red)
„Wir sind raus“ titel der BUND auf Instagram. Der BUND Schwerin hat den Austritt aus der Klima-Allianz Schwerin beschlossen – und geht noch einen Schritt weiter: Auf der Jahresmitgliederversammlung wurde beantragt, über die Auflösung des Vereins abzustimmen. Hintergrund ist laut BUND, dass die Klima-Allianz ihr zentrales Ziel seit Jahren nicht mehr mehrheitlich aktiv verfolgt: Klimaschutz in Schwerin über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus zu befördern.
Austritt „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ – Ende 2026
Beschlossen wurde der Austritt auf der Gruppensitzung am 26. November 2025. Der Austritt soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen – nach Darstellung des BUND also zum Ende 2026. Damit werde der BUND Schwerin auch nicht mehr für die Arbeit im Vorstand zur Verfügung stehen.
Kernkritik: Ziel der „Schweriner Erklärung“ von 2019 nicht umgesetzt
Die Klima-Allianz Schwerin war 2019 mit der sogenannten „Schweriner Erklärung“ gestartet. Der Anspruch: Klimaschutz in städtischen Betrieben, Unternehmen und der Stadt insgesamt ambitionierter zu gestalten als es Gesetze ohnehin verlangen. Genau das sieht der BUND Schwerin inzwischen nicht mehr gegeben.
Auslöser für die aktuelle Entscheidung waren laut BUND zwei Punkte: ein gruppeninterner Antrag sowie vor allem die ausbleibenden Reaktionen der Vereinsmitglieder auf einen Offenen Brief des BUND. Darin ging es um das Festhalten am Klimanotstandsbeschluss von 2020 – und um das Ziel, Schwerin bis 2035 klimaneutral zu machen.
Offener Brief: Nur drei Mitgliedsorganisationen unterschrieben
Brisant: Nach Angaben des BUND unterschrieben aus dem Kreis der Vereinsmitglieder lediglich der ADFC, die Initiative Freifahrt.jetzt und der Kulturgarten-Verein den Offenen Brief. Eine breitere Debatte darüber, wie sich ehrgeizige Klimaziele gemeinsam erreichen lassen, habe sich daraus nicht entwickelt. Für den BUND Schwerin steht deshalb fest: Das Vereinsziel werde nicht aktiv verfolgt.
Konsequenz: Auf der Jahresmitgliederversammlung am 28. November 2025 beantragte der BUND Schwerin, über die Auflösung der Klima-Allianz zum nächstmöglichen Zeitpunkt abstimmen zu lassen.
Lichtblicke: Balkonsolar & ADFC-Feierabendtouren
Ganz ohne positive Bilanz fällt das Fazit dennoch nicht aus. Als Erfolge nennt der BUND Schwerin insbesondere die Zusammenarbeit mit WGS und WEMAG rund um Balkonsolaranlagen sowie die Feierabendtouren des ADFC.
Gleichzeitig sei nach der Absage der aufwendigen und teuren Klima-Aktionstage die gemeinsame Aktivität immer weiter zurückgegangen. Aktive Arbeitsgemeinschaften gebe es laut BUND nicht mehr. Auch wiederholt eingebrachte Impulse des BUND Schwerin und der Prozess der Organisationsentwicklung im Jahr 2024 hätten daran nichts geändert.
Roadshows „arbeitnehmerunfreundlich“ – Wirkung unklar
Die sogenannten Roadshows hätten zwar Kontakte vertieft, fanden nach Darstellung des BUND jedoch häufig zu „arbeitnehmerunfreundlichen“ Zeiten statt. Eine erkennbare Wirkung auf die Reduktion von Treibhausgasen sei zudem nicht nachvollziehbar.
BUND setzt auf eigene Schiene: Offene „AG Klima“
Trotz der Trennung von der Klima-Allianz will der BUND Schwerin beim Thema Klimaschutz nicht nachlassen. Interessierte sind eingeladen, in der offenen Arbeitsgruppe „AG Klima“ mitzuarbeiten.
Treffpunkt ist jeden 1. Mittwoch im Monat um 18:00 Uhr in der Wismarschen Straße 152.















