(red)

Schwerin wählt am 12. April 2026 ein neues Stadtoberhaupt. Nötig wurde die Wahl, nachdem der bisherige Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) seinen Rückzug angekündigt hatte.

Damit die Entscheidung nicht nur auf Wahlplakaten stattfindet, gibt es mehrere öffentliche Runden, bei denen vorraussichtlich alle sieben Kandidatinnen und Kandidaten gemeinsam auftreten – und Interessierte als Gäste dabei sein können.

Die bisher bekannten „Alle-7-auf-einer-Bühne“-Termine (Stand: 21.02.2026)

Mi, 11.03.2026, 18:00 – Dampfwäscherei (Schwerin) – Welterbe Schwerin Förderverein e. V.

Do, 12.03.2026, 17:00 – Schützenverein, Krösnitz 44, Schwerin – Kreisverband der Gartenfreunde Schwerin e. V.

Di, 17.03.2026, 18:00 – Strandpavillon Zippendorf, Am Strand 15, Schwerin – Ortsteilvertretung Zippendorf (Organisation: RA Christian Schneider)

Di, 24.03.2026, 20:00–22:00 – Berufliches Bildungszentrum Technik – Großes Forum, Gadebuscher Straße 153, 19057 Schwerin – NDR Mecklenburg-Studio Schwerin

Mo, 30.03.2026, 18:00–21:00 – Campus am Turm (Schwerin) – SoDA (gemeinsam mit jungen Menschen)


Hinweis: Änderung bei den Terminen sind möglich. http://www.schwerin.news wird diese Übersicht regelmäßig anpassen und ergänzen. Wir übernehmen trotz Sorgfältigkeit keine Garantie. Es emphielt sich auf der Internetseite der jeweiligen Veranstalter nach Änderungen zu schauen.

Wer kandidiert? Kurzporträts der sieben Bewerber:innen

(Kontaktmöglichkeit zu allen Kandidierenden wird in den nächsten Tagen hinzugefügt.)


Sebastian Ehlers (CDU)


Sebastian Ehlers (CDU) will Schwerin „nach vorne bringen“. Er ist 43 Jahre alt, gebürtiger Schweriner und seit vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv. 2019 wurde er zum Stadtpräsidenten gewählt, zudem ist er seit 2016 Landtagsabgeordneter. Nach eigenen Aussagen möchte der Vater von drei Kindern wieder stärker „mit den Menschen ins Gespräch kommen“. Es fehle an Zusammenarbeit mit den Schwerinerinnen und Schwerinern – außerdem sei in den vergangenen Jahren einiges „verschlafen“ worden.
Ehlers setzt auf Investitionen und eine aus seiner Sicht konsequentere Stadtentwicklung („Bauturbo“). Beim Thema Sicherheit spricht er sich dafür aus, das Unsicherheitsgefühl ernst zu nehmen; er ist offen für mehr Videoüberwachung in der Innenstadt.


Wir brauchen Investitionen.


Petra Federau (AfD)


Petra Federau (AfD) möchte Probleme in Schwerin nach eigener Darstellung „offen und ehrlich“ ansprechen und Politik für die Bürgerinnen und Bürger machen. Die 56-Jährige ist in Schwerin geboren, war früher beim Energieversorger WEMAG beschäftigt und zunächst Mitglied der CDU. 2013 gehörte sie zu den Mitgründern des AfD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. In der Stadtvertretung übernahm sie den AfD-Fraktionsvorsitz; außerdem ist sie Landtagsabgeordnete.
Federau betont, sie wolle sich „mit ganzem Herzen“ für die Interessen der Schwerinerinnen und Schweriner einsetzen. Als wichtiges Thema nennt sie das Welterbe und die Außendarstellung der Stadt. Inhaltlich legt sie einen Schwerpunkt auf Sicherheit und Ordnung und kritisiert den bisherigen Umgang mit „dramatischen“ Problemen – darunter auch Migration.


Thema Sicherheit wurde viel zu lange unter den Teppich gekehrt.


Massimo De Matteis (Volt)


Massimo De Matteis (Volt) ist 64 Jahre alt, Jurist und in Dortmund geboren. Er lebt nach eigenen Angaben seit rund 21 Jahren in Schwerin und arbeitete im öffentlichen Dienst. Politisch will er die Stadtverwaltung stärker an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten.
Als zentrale Aufgaben nennt De Matteis Haushaltskonsolidierung und den Zusammenhalt in der Stadt. Zunächst wolle er die finanzielle Lage prüfen und darauf aufbauend Prioritäten setzen. Er spricht außerdem davon, die Menschen in den Stadtteilen wieder stärker zusammenzubringen und den Standort Schwerin – auch im Kontext der Metropolregion – besser zu positionieren.


Wir brauchen eine europäische Brille – auch auf Kommunalebene.


Mandy Pfeifer (SPD/Die Linke)


Mandy Pfeifer tritt als gemeinsame Kandidatin von SPD und Die Linke – mit Unterstützung der B90/Grüne an. Die 48-Jährige ist in Güstrow geboren und in Schwerin aufgewachsen. Sie hat bei der WEMAG gelernt und später „Management sozialer Dienstleistungen“ studiert. Seit 2019 ist sie Stadtvertreterin, außerdem ist sie Landtagsabgeordnete.
Pfeifer sagt, Schwerin solle sich weiter gut entwickeln und dabei friedlich, tolerant und weltoffen bleiben. Sie betont, sie sei viel bei den Menschen unterwegs – und wolle das auch als Oberbürgermeisterin fortführen. Eine ihrer konkreten Ankündigungen: Als erste Amtshandlung wolle sie die Fachstelle „Chancengleichheit“ organisatorisch direkt in den Zuständigkeitsbereich der Oberbürgermeisterin holen.


Chancengleichheit hat oberste Priorität.


Lars Schubert (Einzelkandidat)


Lars Schubert tritt als Einzelkandidat an. Der 56-Jährige wurde in Berlin-Köpenick geboren und lebte nach eigenen Angaben fast 40 Jahre in Schwerin. Anfang der 1990er-Jahre absolvierte er dort eine Ausbildung zum Maschinenbauzeichner und gründete die Jusos mit; später studierte er BWL in Rostock/Wismar. 2002 kandidierte er bereits einmal für das Amt des Oberbürgermeisters.
Schubert sagt, auch 24 Jahre nach seiner ersten OB-Kandidatur gebe es weiterhin viele ungelöste Probleme. Er fordert einen „echten Neuanfang“ und warnt davor, die kommenden Jahre mit einem „Weiter so!“ bewältigen zu wollen. Die Stadtpolitik dürfe sich nicht länger darauf beschränken, Mangel zu verwalten und Vorgaben ohne eigene Abwägung umzusetzen.


Es braucht einen echten Neuanfang mit den Bürgerinnen und Bürgern.


Heiko Steinmüller (Einzelkandidat)


Heiko Steinmüller kandidiert parteilos. Der 56-Jährige ist gebürtiger Parchimer und sitzt seit sieben Jahren in der Schweriner Stadtvertretung. Zunächst war er Mitglied der SPD, seit 2020 ist er fraktionslos. Wenn er nicht politisch unterwegs ist, steht er häufig in seiner Kneipe „Scotsman“ in der Innenstadt.
Steinmüller bezeichnet sich selbst als Außenseiter bei dieser Wahl. Als wichtigste Aufgabe nennt er die Entschuldung der Landeshauptstadt – dafür brauche es ein klares Signal nach Berlin. Außerdem will er die Verwaltungsstruktur straffen und kritisiert, nicht jeder sitze dort „auf dem richtigen Posten“. Inhaltlich setzt er stark auf bezahlbaren Wohnraum und sozialen Wohnungsbau. Zudem betont er Kultur als Herzensthema und wünscht sich einen zentralen Ort für Veranstaltungen.


Schwerin braucht bezahlbare Wohnungen – für alle.


Dr. Aileen Wosniak (ASK)


Dr. Aileen Wosniak kandidiert für die Aktionsgruppe Stadt und Kulturschutz (ASK). Die 42-Jährige ist promovierte psychologische Psychotherapeutin und in Schwerin aufgewachsen. Sie ist die jüngste Kandidierende. Sie sagt, sie kandidiere, um Probleme zu lösen und „Klartext“ zu sprechen. Als aktive Unterstützerin des Bürgerentscheides setzt Sie auf Beteiligung.
Wosniak setzt Schwerpunkte bei Kinder- und Jugendbeteiligung, sozialer Gerechtigkeit, Tierschutz in Schwerin und feministischer Stadtentwicklung. Außerdem will sie sogenannte FLINTA-Personen sichtbarer machen. Beim Thema Sicherheit widerspricht sie der Debatte: Die Stadt sei sicher; das eigentliche Problem sei Segregation – diese müsse dringend abgebaut werden. Finanziell will sie stärker auf Fördermittel von Land und Bund setzen, die derzeit nicht ausreichend genutzt würden.


Segregation ist das Problem in Schwerin – und die muss dringend abgebaut werden.


Hinweis: Wir haben die Bilder mit Bildbearbeitungsprogrammen und KI überarbeitet – zum einen um zu zeigen was technisch möglich ist, zum anderen aus Spaß.



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