In Schwerin bekommt die Abfallentsorgung in diesen Wochen ein technisches Upgrade, das vor allem eines leisten soll: mehr Ordnung, weniger Verwechslungen – und im Zweifel nachvollziehbare Antworten auf die Frage, ob eine Tonne tatsächlich geleert wurde. Der Eigenbetrieb SDS lässt über die SAS ein Identifikationssystem für Restabfall- und Papierbehälter einführen. Insgesamt werden rund 17.000 Hausmülltonnen und etwa 12.900 Papiertonnen mit einem elektronischen Chip, einem sogenannten Transponder, ausgerüstet. Ziel ist eine eindeutige Zuordnung jeder Tonne zu einer Adresse und ein digital dokumentierter Leerungsvorgang.
Technisch läuft das Zusammenspiel über zwei Ebenen: Zum einen werden die Tonnen selbst nachgerüstet, zum anderen werden auch die Sammelfahrzeuge so ausgestattet, dass sie den Chip beim Kippvorgang automatisch auslesen können. Die Information, welche Tonne wann geleert wurde, wird dabei ins System übertragen. Künftig gilt in Schwerin: Geleert wird nur, was registriert ist. Nicht angemeldete oder unzulässige Behälter sollen stehen bleiben.
Als Technikpartner ist dabei augenscheinlich die Firma c-trace im Spiel. Das SDS illustriert die Maßnahme auf seiner Website mit einem Foto, das ausdrücklich mit „Foto: c-trace GmbH“ gekennzeichnet ist. c-trace selbst beschreibt seine RFID-Transponder als Lösung, um Behälter „unverwechselbar“ zu machen und eindeutig Haushalten oder Gewerbekunden zuzuordnen; außerdem bietet das Unternehmen Fahrzeug- und Telematiksysteme sowie Behälterservices an – also genau die Bausteine, die für ein solches Projekt nötig sind.
Wichtig aus Sicht der Stadt: An den Gebühren ändert sich laut SDS nichts. Das System diene ausschließlich dem Behältermanagement, nicht einer neuen Abrechnungslogik. SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek verweist auf den praktischen Nutzen im Alltag: Mit den Chips könne jederzeit nachvollzogen werden, ob und wann ein Behälter geleert wurde – und bei Rückfragen lasse sich das direkt prüfen. Gleichzeitig verspricht sich die SAS Vorteile bei Logistik und Tourenplanung, weil Leerungen digital erfasst und Abläufe besser gesteuert werden können.
Die Umrüstung soll bis zu den Osterferien Anfang April 2026 abgeschlossen sein. Biotonnen sind nicht Teil der aktuellen Maßnahme, weil sie in Schwerin bereits seit etwa zehn Jahren über eine entsprechende Chip-Technik verfügen.
Für die Haushalte ist der Ablauf bewusst simpel gehalten – entscheidend ist aber, dass die Tonnen zu den Terminen richtig vorbereitet werden. In der zweiten und dritten Februarwoche erhalten die angeschlossenen Haushalte ein Informationsschreiben. Darin liegen Adressaufkleber, auf denen Standort, Abfallart und Behältergröße bereits vermerkt sind. Diese Aufkleber müssen bis zum genannten Termin gut sichtbar auf den Deckel der jeweiligen Restabfall- oder Papiertonne geklebt werden. Zum Ausrüstungstermin sollen die Behälter dann gut sichtbar und öffentlich zugänglich an der Grundstücksgrenze bereitstehen. Ein beauftragtes Montageteam bringt anschließend seitlich ein Behälteretikett an und montiert den Transponder an der Griffleiste; die Nachrüstung der Stadt soll insgesamt etwa vier Wochen dauern.
Nach der Montage folgt eine Prüfrunde: Bearbeitet werden sollen Abweichungen wie ein anderes Behältervolumen als veranlagt, mehr Behälter vor Ort als gemeldet oder Tonnen, die beim Termin nicht bereitgestellt wurden. Und dann wird es verbindlich: Ab dem 1. Juni 2026 sollen nur noch Restabfall- und Papierbehälter entleert werden, die auf das Chip-System umgerüstet sind. Wer seine Tonne also nicht rechtzeitig ausrüsten lässt oder sie zum Termin nicht zugänglich bereitstellt, riskiert, dass sie künftig schlicht stehen bleibt.





















