(red)

Pünktlich zum 1. März – dem Welttag des Kompliments – verteilt die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin (WAG) sich selbst ein Lob: Das Schweriner Leitungswasser erfülle nicht nur die aktuellen Anforderungen der Trinkwasserverordnung, sondern auch die künftig verschärften Vorgaben. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das vor allem eins: Die „Schweriner Rohrperle“ bleibt nach Angaben des Versorgers bedenkenlos trinkbar.

Her können die aktuellen Messwerte eingesehen werden:

Trinkwasserqualität – WAG Schwerin

Im Mittelpunkt stehen dabei neue Grenzwerte für sogenannte PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese Stoffgruppe wird oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie sich in der Umwelt kaum abbaut und deshalb seit Jahren im Fokus von Umwelt- und Gesundheitsschutz steht. Seit dem 12. Januar 2026 gibt es in Deutschland erstmals einen gesetzlichen Grenzwert im Trinkwasser: Für die Summe aus 20 relevanten PFAS-Einzelsubstanzen (PFAS-20) gilt ein Höchstwert von 0,00010 Milligramm pro Liter (entspricht 0,1 Mikrogramm bzw. 100 Nanogramm pro Liter).

Die WAG erklärt, sie untersuche ihr Netz und Entnahmestellen bereits seit 2023 mehrmals jährlich auf PFAS. Die Ergebnisse seien „unauffällig“ – also auch mit Blick auf die neuen Grenzwerte. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf öffentlich einsehbare Prüfberichte zur Trinkwasserqualität. Dort sind zahlreiche Messwerte aufgeführt, darunter auch Angaben zu PFAS-4.

Ein weiterer Schritt folgt bereits in zwei Jahren: Ab dem 12. Januar 2028 wird ein zusätzlicher, strengerer Summengrenzwert für vier besonders relevante PFAS-Verbindungen (PFAS-4) verbindlich – 0,000020 Milligramm pro Liter. Auch dafür gibt die WAG nach eigenen Angaben Entwarnung.

Neben PFAS rückt die novellierte Trinkwasserverordnung auch klassische Altlasten stärker in den Fokus – insbesondere Blei. Die Regeln sehen vor, dass Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden müssen. Die WAG verweist darauf, die Bleileitungen im eigenen Netz bereits 2013 in einem Austauschprogramm ersetzt zu haben. Entscheidend ist dabei allerdings auch die Hausinstallation: In älteren Gebäuden können Risiken nicht nur im öffentlichen Netz, sondern ebenso „hinter dem Wasserzähler“ entstehen – also in Leitungen, Armaturen oder Bauteilen innerhalb privater Gebäude.

Unterm Strich bleibt die Botschaft: Schwerin bekommt sein Trinkwasser nach Darstellung des Versorgers weiterhin in sehr stabiler Qualität – und nachprüfbar über veröffentlichte Analysen.



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