In Schwerin ist für Donnerstag, 5. März, ein Schulstreik angekündigt. Beginn soll um 11.00 Uhr an der Staatskanzlei sein. Inhaltlich richtet sich der Protest gegen die aktuellen politischen Entwicklungen beim Wehrdienst: Seit Anfang 2026 läuft in Deutschland ein neues Modell, das zwar offiziell auf Freiwilligkeit setzt, aber die Wehrerfassung wieder ausbaut und perspektivisch zusätzliche Verpflichtungen möglich macht.
Hintergrund: Die allgemeine Wehrpflicht ist in Deutschland seit 2011 ausgesetzt. Mit dem neuen Wehrdienst wird nun jedoch erneut systematisch erfasst, wer für einen Dienst in Frage kommen könnte. Dazu gehört ein Fragebogen für 18-Jährige: Männer müssen ihn ausfüllen, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig. Zudem ist vorgesehen, die Musterung wieder hochzufahren – für Männer bestimmter Jahrgänge schrittweise und kapazitätsabhängig.
Kritik an dieser Entwicklung kommt nicht nur aus Teilen der Politik, sondern auch aus der Zivilgesellschaft – vor allem, weil mit dem neuen System die Tür für weitergehende Schritte offen bleibt. In der Debatte steht dabei auch die Möglichkeit, bei zu wenigen Freiwilligen später eine pflichtige Einberufung nach Bedarf gesetzlich zu regeln. Genau gegen diesen Kurs richtet sich der angekündigte Schulstreik in Schwerin.
Ob und in welchem Umfang Unterrichtsausfälle entstehen, wie groß die Beteiligung ausfällt und ob ein Demonstrationszug geplant ist, war zunächst nicht bekannt. Mit Blick auf den Veranstaltungsort kann es rund um die Staatskanzlei je nach Polizeibegleitung zu kurzfristigen Einschränkungen kommen.


















