(red)
Die Bürgerinitiative Freifahrt.Jetzt.Schwerin hat nach eigenen Angaben das notwendige Quorum für einen Einwohnerantrag zum entgeltfreien Nahverkehr in Schwerin erreicht. Nach Mitteilung der Wahlbehörde wurden 2.252 gültige Unterschriften anerkannt, hinzu kamen 709 ungültige Unterschriften. Damit sei die erforderliche Mindestzahl von 2.000 Unterstützungen überschritten. Der Antrag soll – vorbehaltlich der abschließenden Festlegung im Präsidium am 12. März 2026 – am 23. März 2026 auf die Tagesordnung der Stadtvertretung kommen. Dort soll zunächst über die formelle Zulässigkeit und anschließend in der Sache beraten werden.
Die Initiative will den Erfolg nun öffentlich sichtbar machen: Die feierliche Übergabe der Unterschriftenlisten an Stadtpräsident Sebastian Ehlers ist für Montag, 16. März 2026, um 16 Uhr vor dem Rathaus angekündigt.
Nach Angaben der Bürgerinitiative war das erklärte Ziel, den Antrag in die Stadtvertretung einzubringen und dort eine Zustimmung für einen entgeltfreien Nahverkehr in Schwerin zu erreichen. Die Gruppe setzt sich bereits seit Jahren für eine sozial und solidarisch finanzierte Verkehrswende ein und versteht kostenfreien ÖPNV als Beitrag zu Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit und Gemeinwohl.
Brisant ist das Thema auch deshalb, weil der Nahverkehr in Schwerin erst vor wenigen Wochen teurer geworden ist: Seit 1. Februar 2026 gilt beim Nahverkehr Schwerin eine Tarifreform, bei der unter anderem die Einzelfahrkarte im Stadtnetz von 2,50 auf 2,70 Euro angehoben wurde. Als Gründe wurden gestiegene Kosten und ein überarbeitetes Tarifsystem genannt.
Die Initiative knüpft mit ihrem Vorstoß an eine schon länger geführte Debatte an. Freifahrt.Jetzt.Schwerin wirbt bereits seit Jahren (Start der Unterschriftenliste war September 2022) öffentlich für einen solidarisch finanzierten, entgeltfreien Nahverkehr und hatte das Thema in Schwerin immer wieder mit Aktionen, Diskussionen und Unterschriftensammlungen auf die politische Agenda gesetzt.
Mit dem nun erreichten Quorum wird aus der Kampagne ein formelles kommunalpolitisches Verfahren. Die entscheidende Frage lautet jetzt nicht mehr nur, ob die Idee öffentlich Aufmerksamkeit erzeugt, sondern ob sie in der Stadtvertretung eine politische Mehrheit findet.
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