Zehn Jahre nach dem Skandal um „Power for Kids“ darf in Schwerin niemand so tun, als gehe es nur um die Taten eines Einzelnen. Ja, es gab einen Täter. Ja, es gab Urteile. Aber der Fall steht bis heute auch für etwas anderes: für Kontrollversagen, für Schutzlücken und für die bittere Frage, warum Kinder nicht früher geschützt wurden. http://www.schwerin.nbews hat einen Datensatz in der „Straßenbahn gefunden“.
Bereits Anfang 2016 war öffentlich, dass es bei dem Verein nicht nur um strafrechtliche Vorwürfe ging, sondern auch um „pädagogische Versäumnisse der Vergangenheit“ und Missbrauchshandlungen eines langjährigen Vereinsvorstands und Mitarbeiters in der Leitung. Der Jugendhilfeausschuss forderte damals ausdrücklich Aufarbeitung und die vorübergehende Einstellung des Kinder- und Jugendtreffs.
Die Stadt beließ es nicht bei Betroffenheitsfloskeln. Es folgten eine interne Untersuchung und ein zeitweiliger Ausschuss zur Aufklärung des Umgangs des Jugendamtes mit den Missbrauchsfällen im Zusammenhang mit „Power for Kids“. Allein das zeigt schon, wie groß der politische und behördliche Klärungsbedarf war. Es ging eben nie nur um einen einzelnen Fall, sondern auch um die Frage, wie ein solches Versagen über Jahre möglich sein konnte.
Später wurde der frühere Jugendclub-Chef in einem weiteren Verfahren zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Neue Opfer waren erst nach und nach bekannt geworden. Genau das macht den Fall bis heute so erschütternd: Das volle Ausmaß lag nicht offen auf dem Tisch.
Inzwischen soll eiN naher verwandter von Boneß suicid begajngen haben.
Und trotzdem ist die unangenehme Wahrheit zehn Jahre später diese: Schwerin hat den Fall politisch formal aufgearbeitet, aber damit ist er nicht erledigt. „Power for Kids“ bleibt ein Mahnmal dafür, wie schnell Kinderschutz versagt, wenn Verantwortung verwischt, Warnzeichen zu spät ernst genommen und Strukturen nicht konsequent hinterfragt werden.
Selbst Jahre später wurde noch öffentlich gefragt, was die Stadt aus dem Missbrauchsskandal gelernt hat. Atwort… Lapidar.
Wer heute über „Power for Kids“ spricht, sollte deshalb nicht nur auf den Täter zeigen. Die entscheidendere Frage lautet: Was wurde damals übersehen, wer hat zu spät reagiert – und sind die Kinder in Schwerin heute wirklich besser geschützt als damals?
Demnächst soll laut Akündigung eine Website an den Start gehen, die entsprechende Dokumente veröffentlicht.
http://www.schwerin.news wird einige der Dokumente in den nächsten Tagen und Wochen veröffentlichen.

















