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Am Samstag, 4. April 2026, soll der Schweriner Marktplatz zum Ort für Gespräche, Musik und gesellschaftliches Engagement werden. Unter dem Titel „Fest der Demokratie“ laden das Aktionsbündnis „Schwerin für ALLE“, das landesweite Netzwerk „zusammen bewegen“ und weitere Partner zu einer öffentlichen Veranstaltung in der Innenstadt ein. Beginn ist nach den inzwischen veröffentlichten Veranstaltungsangaben um 12 Uhr, das Ende ist für 18 Uhr vorgesehen.
Das Grundmotiv der Veranstaltung ist klar formuliert: Eine aktive Zivilgesellschaft sei unverzichtbar, weil sie Impulse an die Politik gebe und sichtbar mache, was den Menschen in der Gesellschaft wichtig ist. Genau darauf wolle das Fest aufmerksam machen. Geplant sind auf dem Marktplatz Infostände verschiedener Organisationen sowie ein Bühnenprogramm mit Reden, Gesprächen und musikalischen Beiträgen. Im Veranstaltungskalender der Landeshauptstadt wird das Fest entsprechend knapp als Termin zum „miteinander reden, feiern und Musik hören“ angekündigt.
Interessant ist dabei auch, wer das Fest trägt. Mit „zusammen bewegen“ ist ein noch junges, aber bereits landesweit sichtbares Netzwerk beteiligt, das nach eigener Darstellung den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Dialog und zivilgesellschaftliches Engagement stärken will. In der Berichterstattung über das Bündnis wird es als parteiunabhängig beschrieben, offen für Menschen und Gruppen, die demokratische Werte vertreten und menschenverachtendes Verhalten ablehnen. Ende Februar war „zusammen bewegen“ bereits mit einem landesweiten Aktionstag in mehreren Städten Mecklenburg-Vorpommerns präsent.
Für Schwerin bedeutet das: Das Demokratiefest ist nicht bloß ein einzelner Infostand-Nachmittag, sondern Teil eines größeren zivilgesellschaftlichen Umfelds, das sich sichtbar in öffentliche Debatten einmischen will. Der Anspruch ist dabei ausdrücklich positiv aufgeladen: Demokratie soll nicht nur verteidigt, sondern im Alltag erlebbar gemacht werden — mit Begegnung, Austausch und öffentlicher Präsenz mitten auf dem Marktplatz.
Ganz ohne politische Fallhöhe ist das allerdings nicht. Denn zur Idee einer breiten, aktiven Zivilgesellschaft gehört immer auch die Frage, wer bei solchen Formaten mitgemeint ist — und wer nicht.
Brisant wird das in Schwerin auch deshalb, weil das Schweriner Friedensbündnis erklärt, es sei in die Planung des ebenfalls am 4. April stattfindenden Innenstadt-Formats nicht einbezogen worden; zudem sei ein beantragter Stand mit Material von IPPNW und der Informationsstelle Militarisierung abgelehnt worden. Gerade weil „zusammen bewegen“ mit Offenheit, Dialog und demokratischer Beteiligung wirbt, dürfte genau diese Abgrenzung noch Fragen aufwerfen.

















