(stm)Musikschüler am Schweriner Konservatorium müssen sich auf steigende Kosten einstellen. Nach einer neuen Beschlussvorlage der Verwaltung sollen die Gebühren zum Schuljahr 2026/2027 angepasst werden. Während die Stadt bei Kindern und Jugendlichen aus der Landeshauptstadt versucht, die Belastung gering zu halten, trifft die Erhöhung Erwachsene und Auswärtige mit voller Härte.
Hintergrund der geplanten Neufassung sind massiv gestiegene Kosten für den Betrieb der Einrichtung. Seit der letzten Kalkulation im Jahr 2023 sind die Gesamtaufwendungen um rund 16 Prozent gestiegen. Als Hauptgründe nennt die Verwaltung die allgemeine Inflation sowie gestiegene Personalkosten, die unter anderem aus der Umsetzung des sogenannten „Herrenberg-Urteils“ resultieren.
Moderate Erhöhung für Schweriner Nachwuchs – volle Kosten für andere
Um den Bildungsauftrag gegenüber den eigenen Einwohnern zu erfüllen, schlägt die Verwaltung ein gestaffeltes Modell vor. Der Eigenanteil der Stadt an den Unterrichtskosten für Schweriner Kinder und Jugendliche soll künftig steigen, sodass der Kostendeckungsgrad für diese Gruppe von 45 auf 40 Prozent gesenkt wird. Dadurch erhöht sich die Gebühr für den Schweriner Nachwuchs im Durchschnitt um vier Prozent.
Für alle anderen Gruppen sieht der Entwurf keine solche Entlastung vor. Bei Schweriner Erwachsenen und auswärtigen Schülern bleibt der Kostendeckungsgrad bei 60 Prozent, was im Ergebnis zu einer durchschnittlichen Gebührensteigerung von rund 16 Prozent führt. Die Stadt begründet dies damit, dass die begrenzten Haushaltsmittel vorrangig zur Unterstützung der eigenen Einwohner eingesetzt werden müssen.
Die geplanten Zahlen im Überblick
Wie die Kosten konkret steigen sollen, zeigt ein Blick in den Entwurf des Gebührentarifs:
- Einzelunterricht 15 Minuten: Für Schweriner Kinder und Jugendliche steigen die Kosten von jährlich 396 Euro auf 408 Euro. Schweriner Erwachsene zahlen künftig 612 Euro statt bisher 528 Euro.
- Einzelunterricht 45 Minuten: Hier klettert die Gebühr für Schweriner Jugendliche von 1.188 Euro auf 1.224 Euro. Für Auswärtige (Kinder wie Erwachsene) steigt der Betrag deutlich an: von 1.608 Euro auf künftig 1.860 Euro pro Jahr.
Erhalt von Sozialermäßigungen und neues Angebot
Trotz der Erhöhungen will die Landeshauptstadt an den bestehenden einkommensabhängigen Ermäßigungen festhalten. Obwohl gesunkene Energiekosten eine Absenkung der Einkommensgrenzen ermöglicht hätten, sieht die Verwaltung davon ab, um einkommensschwache Haushalte nicht zusätzlich zu belasten.
Zusätzlich zu den preislichen Anpassungen enthält die neue Satzung eine inhaltliche Neuerung: Die „Musiktherapie“ soll erstmals als offizielles Angebot im Programm des Konservatoriums verankert werden.
Bei all diesen Punkten handelt es sich aktuell um eine Beschlussvorlage der Verwaltung. Das letzte Wort haben die politischen Gremien der Stadtvertretung, die in den kommenden Wochen über den Entwurf beraten werden.
Wer schon einmal in die geplanten neuen Gebühren schauen möchte kann dies hier tun:

















