(stm/red)

Zwei ungelöste Morde an jungen Frauen aus dem Jahr 1991 beschäftigen Schwerin noch immer. Nun gibt es eine heiße Spur: Eine private Ermittlungsinitiative hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass der berüchtigte mutmaßliche Serienmörder Kurt-Werner Wichmann zur Tatzeit in Schwerin aktiv gewesen sein soll. Neue Details will die Initiative Ende April bei einem großen True-Crime-Event im Capitol präsentieren.

Noch immer sind die Morde an Claudia Lade († 30.06.1991) und Antje Mundstock († 12.07.1991) in Schwerin ungeklärt. Nun könnten diese sogenannten „Cold Cases“ eine dramatische Wendung nehmen. Seit 2023 widmet sich eine private Ermittlungsinitiative den Fällen, um mögliche Parallelen zur Mordserie des „Göhrde-Mörders“ Kurt-Werner Wichmann zu untersuchen. Jetzt meldet das Team um den ehemaligen Hamburger LKA-Chef Reinhard Chedor einen ersten großen Erfolg: Ein sehr begründeter Verdacht lege demnach nahe, dass Wichmann im Sommer 1991 in Schwerin unterwegs gewesen sein soll.

Zeuginnen melden sich: Beinahe-Entführung und markante Worte

Nach einem Aufruf der Initiative hat sich demnach eine Hinweisgeberin gemeldet, die in jener Zeit Schreckliches erlebte: Nach einem Besuch der damaligen Diskothek „Kanzlei“ wurde sie gegen 21:30 Uhr an der Haltestelle „Platz der Freiheit“ unter Vorhalt eines Messers in ein rotes Auto, mutmaßlich ein BMW E30 Touring, gezogen. Der Täter fuhr mit ihr Richtung Großer Dreesch, bog am Fernsehturm nach Plate ab und verging sich auf einem Waldweg an ihr. Erst nach mehreren Stunden, gegen 5:00 Uhr morgens, ließ er sie frei. Aus Angst hatte die Frau das Verbrechen nie angezeigt – doch heute identifiziert sie den Täter laut Ermittlerteam mit „absoluter Sicherheit“ als Kurt-Werner Wichmann.

Eine weitere kürzlich eingegangene Zeugenaussage stützt den Verdacht. Eine Frau berichtete, dass sie 1991 vor der Diskothek „Offline“ – in der auch Claudia Lade vor ihrem Tod feierte – von einem Mann aus dem Auto heraus angesprochen wurde. Der Mann habe wie der „Göhrde-Mörder“ ausgesehen und auf ihre Ablehnung der Mitfahrt wiederholt gesagt: „Steig ein, steig ein“. Exakt diese Formulierung ist den Ermittlern aus anderen Fällen bekannt, in denen Frauen berichteten, von Wichmann angesprochen worden zu sein.

True-Crime-Event im Capitol: Experten präsentieren Erkenntnisse

Die brisanten neuen Ermittlungsergebnisse werden am Samstag, den 25. April 2026, ab 19:30 Uhr im Filmpalast Capitol in Schwerin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Blutspuren – True Crime“ statt. Auf der Bühne stehen absolute Hochkaräter der Kriminalistik: Neben Reinhard Chedor wird auch der renommierte Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus Püschel erwartet. Ebenfalls vor Ort ist Rechtsanwalt Mirko Laudon, der die Hinterbliebenen von Claudia Lade vertritt.

Organisiert und moderiert wird der Abend von Dr. Tino Grosche. Der bekannte True-Crime-Moderator bringt mit seiner Veranstaltungsreihe regelmäßig Experten wie Rechtsmediziner, Richter, Forensiker und Profiler auf die Bühne, um reale Verbrechen vor Publikum zu rekonstruieren. Das Interesse an den Schweriner Cold Cases ist riesig: Die Veranstaltung im Capitol ist bereits seit Wochen ausverkauft.

Die private Ermittlungsinitiative hofft derweil auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Wer im Sommer 1991 in Schwerin Beobachtungen gemacht hat, kann sich – auch vertraulich – unter https://mordserie.de/hinweise/ melden.


ARD True Crime: Die Disco-Morde Diese Dokumentation beleuchtet die akribische Arbeit der Ermittler bei der Aufarbeitung der Verbrechen von Kurt-Werner Wichmann und zeigt, wie seine Taten weit über die bekannten „Göhrde-Morde“ hinausreichten.



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