(stm/Kommentar)
Die CDU will prüfen lassen, ob die Stadt frühere Waldorf-Liegenschaften (inklusive Ringerhalle) am Ostorfer Hals zurückkaufen kann. Doch genau solche Lösungen wurden im Zusammenhang mit der Paulshöhe einst politisch – auch von der CDU abgelehnt. Nun liegt die Paulshöhe brach – und plötzlich scheint zumindest ein Rückkauf wieder möglich.
Die CDU-Fraktion will den Oberbürgermeister beauftragen, bis November 2026 zu prüfen, ob die an die Waldorfschule verkauften Liegenschaften im Bereich „Ostorfer Hals“ zurückgekauft werden können. Besonders genannt wird die frühere Ringerhalle. Begründung: Die Waldorfschule plant ihren Neubau inzwischen in Neu Zippendorf, die Halle solle möglichst weiter als Sporthalle genutzt werden.
Klingt vernünftig. Ist politisch aber hochbrisant.
Denn die Ringerhalle ist nicht irgendein Gebäude. Sie gehört zur langen Geschichte der Paulshöhe. Und diese Geschichte lautet stark verkürzt: Sportstandort geschlossen, Waldorf-Pläne diskutiert, Ankauf- und Rückkaufmodelle abgelehnt, Bürgerkritik übergangen – und am Ende blieb ein Gelände zurück, das heute vor allem eines ist: Brachland.
Besonders bitter: Als es damals darum ging, eine größere Lösung für die Paulshöhe zu finden, stand auch der Ankauf der Waldorf-Gebäude im Raum. Damit hätte man den Standortkonflikt womöglich anders lösen können. Doch die politische Mehrheit – darunter maßgeblich die CDU – stemmte sich dagegen. Heute, Jahre später, nachdem die Waldorfschule nicht auf der Paulshöhe baut, sondern auf dem Dreesch, soll plötzlich wieder über den Rückkauf von Waldorf-Liegenschaften gesprochen werden.
Das wirft eine einfache Frage auf: Warum war das damals falsch – und heute richtig?
Der Eindruck ist verheerend. Erst wurde verhindert, dass die Paulshöhe in einem größeren Zusammenhang neu geordnet wird. Dann wurde zugesehen, wie ein traditionsreicher Sportstandort verschwindet. Und nun, nachdem die Fläche weitgehend frei von früheren Nutzungskonflikten ist, kommt die CDU mit einem Rückkauf-Prüfantrag um die Ecke.
Wer das kritisch betrachtet, kann zu dem Schluss kommen: Die Stadtpolitik hat sich bei der Paulshöhe verrannt. Und die CDU versucht nun, einen Teil jener Entwicklung zu korrigieren, die sie selbst politisch mitgetragen oder vorangetrieben hat.
Dabei geht es nicht nur um eine Halle. Es geht um öffentliches Eigentum, Sportflächen, Stadtentwicklung und Steuergeld. Wenn die Stadt jetzt Geld ausgeben soll, um frühere Waldorf-Liegenschaften zurückzukaufen, dann muss auch die gesamte Paulshöhe-Debatte wieder auf den Tisch.
Denn wenn die Nutzung einer ehemaligen Sporthalle heute wieder im öffentlichen Interesse liegt, warum galt das nicht auch für die Paulshöhe selbst?
Die CDU muss sich erklären. Warum wurde ein Ankauf im Zusammenhang mit der damaligen Paulshöhe-Lösung abgelehnt? Warum soll ein Rückkauf nun plötzlich geprüft werden? Welche Kosten entstehen der Stadt? Wer profitiert am Ende davon? Und soll die Paulshöhe nun endgültig für eine umfassende Wohnbebauung freigeräumt werden? Und warum wird noch immer nicht – trotz steigendem Bedarf an Sportstätten in der Stadt über eine Reaktivierung gesprochen?
Solange diese Fragen offen sind, ist der Antrag kein harmloser Prüfauftrag.
Er ist ein politischer Bumerang.
















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