(stm) Seit einiger Zeit stehen Umbenennungen von zwei Plätzen in Schwerin zur Debatte. Zum einen strebt die CDU an, den Platz vor dem Schloss, auf dem das Welterbe-Modell steht, in „Welterbe-Platz“ zu benennen. Zum anderen gab es den Vorstoß des Stadtvertretungsmitglieds Anita Gröger, den Platz auf dem Hof der ehemaligen Hauptpost nach der feministischen Bewegung „Ni una menos“ zu benennen.
Beide Plätze befinden sich im Besitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Während die Stadtverwaltung bei dem Anliegen der CDU Prüfung empfahl und die Stadtvertretung den Antrag zur Beratung in die Fachausschüsse verwies, wurde der Antrag des Stadtvertretungsmitglieds Anita Gröger nicht einmal in die Fachausschüsse überwiesen. Stattdessen lehnte die Stadtvertretung ihn direkt ab, nachdem auch die Stadtverwaltung eine Ablehnung empfohlen hatte.
Stadtverwaltung mit zweierlei Maß bei Platzbenennungen
Während die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme zum Welterbe-Platz schrieb:
„Der Antrag sollte in einen Prüfantrag umgewandelt werden. Die hier gegenständliche Fläche befindet sich nicht in städtischem Eigentum. Rechtliche Voraussetzung für eine Benennung ist daher entweder die ausdrückliche Zustimmung durch die Eigentümerin oder eine ermöglichte Eigentumsübertragung (inkl. Ankauf, Vermessung, Widmung). Es wird empfohlen, vorab zu prüfen, ob die Zustimmung der jetzigen Eigentümerin in Aussicht steht oder ob neben den Kosten für die Beschilderung, für einen etwaigen Ankauf, Vermessung, Widmung etc. weitere evtl. entscheidungserhebliche Kosten entstünden.“
Schrieb die Stadtverwaltung zu dem Antrag von Anita Gröger:
„Empfehlung zum weiteren Verfahren: Ablehnung. Der Bereich ist weder öffentlich gewidmet, noch befindet er sich in der Verfügungsgewalt der Landeshauptstadt Schwerin.“ Das Vorhaben wurde mit der Begründung, es sei keine Fläche der Stadt, von vornherein zur Ablehnung empfohlen – keine Empfehlung zu prüfen, bedingungen mit dem Land MV abzuwägen.
Zwei Plätze, die denselben Besitzer haben. Bei dem einen geht die Stadt auf das Land zu und treibt die Benennung voran. Beim anderen weigern sich sowohl die Stadtvertretung als auch die Stadtverwaltung, sich überhaupt mit der Thematik zu beschäftigen.
Es bleibt keine andere Feststellung als diese: Die Würdigung des Welterbes durch eine Platzbenennung ist der Stadtpolitik und der Verwaltung wichtiger als die Würdigung einer feministischen Bewegung, die sich für Frauenrechte einsetzt.
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12 Antworten zu „Welterbe wichtiger als Frauenrechte? Zweierlei Maß bei Platzbenennungen in Schwerin“
Es hat sich leider in der Landeshauptstadt Schwerin die Medienlandschaft rückwärts entwickelt. SVZ, jetzt Nordkurier, Schwerin Lokal versucht zusammen mit der Hauspost Schwerin und Schwerin TV die Lücke zu übernehmen. Einige Tage war ein kostenpflichtiges ABO angezeigt. Daneben gibt es noch ein paar Party-Anzeiger. Schwerin.News benannte die Unterstützung der Stadtwerke Schwerin als möglichen Verstoß gegen Compliance-Regeln. Hauspost ist ein kostenloses (nicht wirklich) Print (70.000 Papierexemplare bezahlt von städtischen Schweriner Unternehmen plus etwas Werbung). Als Leser überregionaler Medien mit freier Meinungsäußerung, kann Schwerin.News überhaupt nicht mithalten. Die Meinung anderer kann richtig wehtun, aber jede Meinung kann der eigenen Meinungsfindung helfen.
Und ich finde es sehr bedenklich, wenn „Oberdemokraten“ gegen „Hass und Hetze“ sind, aber gleichzeitig Plakate wie „Fotzen-Fritze-Merz“ zulassen. CDU, FDP rechtsradikal?
Falls Schwerin News tatsächlich die Absicht hat ein ernst zu nehmendes Medium für Schwerin zu sein, sind journalistische Grundsätze unabdingbar. Vieles läuft unbewusst ab. Die politische Haltung schlägt hier leider voll auf die journalistische Bewertung durch. Es ist ein vorauseilender Gehorsam, denn die Neigung mit rot-grüner Einstellung, hier linke Politik zu machen ist deutlich zu spüren. Wenn man sich jahrelang nur an der AfD und der politischen Rechten, auch als Stadtvertreter des ASK, abgearbeitet hat, verliert man den Blick für die anderen Themen der Stadt. Man will nicht begreifen, dass die Leser in Schwerin in zentralen Fragen – Flüchtlingskrise, Ukraine-Krieg, Corona – anders tickt und das obwohl der Redakteur, wie er selbst sagt, in Schwerin aufgewachsen ist. So entsteht keine offene Diskussionskultur, in der jeder seine Meinung sagt und nicht sogleich diffamiert wird. Das bemühen darum ist erkennbar und sehr ausbaufähig. Fakten zu benenen und zu Recherchieren ist harte journalistische Arbeit. Ich denke ein Presseausweis ist vorhanden aber ob man dann akreditiert wird oder gar ein Interview mit einer politischen Persönlichkeit machen kann, steht auf einem anderen Blatt. Journalistische Neutralität muss man sich hart erarbeiten. Natürlich darf ein Journalist seine Meinug vertreten nur dann bitteschön als Kommentar gekennzeichnet. Wie man sowas handweklich macht, hat der Herr Seidel von der SVZ eindrucksvoll über Jahrzehnte demonstriert.