(stm)
Wer am kommenden Donnerstagmorgen (08.01.2026) zur Arbeit pendelt, sollte in Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Zeit einplanen. In sozialen Netzwerken kursieren derzeit Aufrufe zu einem „Landwirtschaftlichen Warntag“. Demnach wollen Landwirte ab 7.00 Uhr an Autobahnauffahrten in Mecklenburg demonstrieren – mit Traktoren und begleitenden Aktionen, die erfahrungsgemäß den Verkehr spürbar ausbremsen können. Auch im Raum Schwerin dürfte das viele treffen, denn hier bündeln sich die Pendlerströme an den großen Achsen.
Hinter den geplanten Protesten stehen nach den Motiven der Aufrufe unter anderem die Organisation „Land schafft Verbindung“ (LSV) in Mecklenburg-Vorpommern sowie „Freie Bauern“. Inhaltlich richtet sich die Mobilisierung gegen das geplante Mercosur-Abkommen der EU mit südamerikanischen Staaten. Kritiker befürchten, dass dadurch mehr landwirtschaftliche Produkte zu Wettbewerbsbedingungen nach Europa gelangen, die heimische Betriebe unter Druck setzen – etwa durch andere Produktionsstandards und Kostenvorteile. Gleichzeitig wird in den Aufrufen eine „CO₂-Steuer auf die Landwirtschaft“ abgelehnt. Gemeint ist dabei die Sorge, dass Klimapolitik und CO₂-Bepreisung – etwa über Energie- und Kraftstoffkosten – die Betriebe zusätzlich belastet.
Die Wortwahl der Aufrufe ist deutlich: Es geht um Existenzängste, um „Zukunft“ und um die Forderung, die Politik dürfe Mercosur „nicht unterschreiben“. Zugleich werben die Initiatoren ausdrücklich um Unterstützung über die Landwirtschaft hinaus – angesprochen werden Bürger, Handwerker und Betriebe. Das Ziel: sichtbar Druck aufbauen, und zwar dort, wo es im Alltag am schnellsten auffällt – im Berufsverkehr.
Wie groß die Auswirkungen tatsächlich werden, hängt davon ab, wie viele Trecker und Unterstützer sich beteiligen, wie lange Aktionen an einzelnen Auffahrten dauern und ob Kolonnenfahrten entstehen. In der Vergangenheit führten vergleichbare Protestformen vor allem zu langsam fließendem Verkehr, Rückstaus und zeitweisen Engpässen. Für Pendler rund um Schwerin heißt das: Wer kann, sollte für Donnerstagmorgen alternative Routen prüfen, Termine großzügiger legen oder – sofern möglich – auf spätere Fahrzeiten ausweichen und aktuelle Verkehrsmeldungen im Blick behalten.




















