(stm/red) Manchmal reicht ein einziger Absatz, um einen Raum still zu bekommen. Kein Handy, kein Gemurmel – nur Stimme, Text und die Frage: Wer kann Geschichten so lesen, dass man sie wirklich sieht? Genau darum geht es am Montag, 2. Februar 2026, beim Stadtentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels in Schwerin.
Ab 14.00 Uhr wird der Veranstaltungsraum der Hauptbibliothek im Klöresgang zur kleinen Bühne: 14 Jugendliche treten gegeneinander an – sie haben sich zuvor bereits bei den Schulentscheiden durchgesetzt und kämpfen nun um den nächsten Schritt Richtung Regional-, Landes- und sogar Bundesfinale. Der Eintritt: öffentlich. Die Spannung: garantiert.
Erst souverän – dann kommt die Überraschung
Der Stadtentscheid läuft in zwei Runden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zuerst lesen die Teilnehmenden aus einem selbst gewählten, vorbereiteten Text. Hier kann man zeigen, was man geübt hat: Tempo, Betonung, Pausen, Gefühl.
Dann folgt der Moment, der entscheidet, wer wirklich stark ist: ein Fremdtext. Kein Einlesen, kein Sicherheitsnetz – einfach hinsetzen und liefern. Wer bleibt ruhig? Wer findet sofort den Ton? Und wer schafft es, dass selbst ein unbekannter Text plötzlich wie „sein“ Text klingt?
Jury mit fünf Köpfen – und klarer Aufgabe
Bewertet wird das Ganze von einer fünfköpfigen Jury aus unterschiedlichen Bereichen der Literaturszene. Sie achtet auf Verständlichkeit, Ausdruck, Textverständnis und die Fähigkeit, eine Geschichte lebendig zu machen – nicht nur korrekt vorzulesen, sondern mitzunehmen.
Auch Kulturdezernent Silvio Horn unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs. Er fördere Leselust und Literaturbegeisterung und gebe Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre Lesekompetenz zu zeigen. Horn: „Ich bin wieder sehr gespannt auf die Leistungen der Teilnehmer.“
Ein Wettbewerb mit Geschichte – und riesiger Reichweite
Der Vorlesewettbewerb existiert seit 1959 und gehört mit rund 600.000 Teilnehmenden bundesweit zu den größten und ältesten Schülerwettbewerben Deutschlands. Allein an den regionalen Entscheiden in Städten und Landkreisen beteiligen sich über 7.000 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassenstufe. Hinter den mehr als 650 Regionalwettbewerben stehen Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weitere Kultureinrichtungen.
Als Anerkennung erhalten alle Teilnehmenden eine Urkunde sowie das Buch „Rocky Winterfeld“ von Marie Hüttner (Thienemann Verlag).
So geht’s nach dem Stadtentscheid weiter
Wer in Schwerin gewinnt, qualifiziert sich für den Bezirksentscheid Mecklenburg-West. Die beiden Erstplatzierten dort ziehen in den Landeswettbewerb im Mai ein. Und wer dann immer noch vorne liegt, steht im Bundesfinale im Juni – gemeinsam mit den 16 Landessiegerinnen und -siegern.
Schwerin sucht also nicht einfach nur „jemanden, der gut liest“ – sondern eine Stimme, die trägt.
Termin: Montag, 2. Februar 2026, 14.00 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Schwerin, Hauptbibliothek, Veranstaltungsraum, Klöresgang
Hinweis: öffentliche Veranstaltung

















