(red/stm)
Mecklenburg-Vorpommern ist 2025 nach der Polizeilichen Kriminalstatistik insgesamt sicherer geworden. Die Zahl der registrierten Straftaten sank auf 103.901 Fälle. Das sind 4.643 weniger als im Vorjahr. Zugleich blieb die Aufklärungsquote mit 63,3 Prozent auf hohem Niveau. Damit liegt das Land erneut über dem Bundesdurchschnitt.
Doch die Statistik zeigt nicht nur Entlastung. Sie zeigt auch, wo die Lage ernst bleibt oder sich sogar verschärft. Besonders deutlich ist das bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Ihre Zahl stieg 2025 auf 2.573 Fälle. Im Vorjahr waren es noch 2.007. Das ist ein Plus von 28,2 Prozent. Auffällig ist dabei vor allem der Bereich kinderpornografischer Inhalte: Hier stiegen die registrierten Fälle von 603 auf 966. Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern nahm zu – von 302 auf 342 Fälle.
Besonders brisant: Von 792 ermittelten Tatverdächtigen im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten waren 402 minderjährig. Mehr als jeder Zweite war also noch keine 18 Jahre alt. Das ist nicht nur eine Zahl für die Statistik. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier neben Strafverfolgung auch Aufklärung und Prävention massiv gefordert sind.
Währenddessen gingen klassische Diebstahlsdelikte weiter zurück. Insgesamt registrierte die Polizei 27.535 Diebstähle, nach 29.206 im Jahr zuvor. Auch Wohnungseinbrüche blieben mit 933 Fällen nahezu auf Vorjahresniveau. Das ist im Vergleich zu früheren Jahren weiterhin ein vergleichsweise niedriger Wert, auch wenn für Betroffene jeder einzelne Einbruch ein massiver Eingriff in das Sicherheitsgefühl ist.
Sorge bereitet weiter die Entwicklung bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Hier stieg die Zahl von 20.033 auf 20.358 Fälle. Die Kurve liegt damit weiter hoch. Die Statistik stützt damit den Eindruck, dass viele Auseinandersetzungen im Alltag härter, aggressiver und bedrohlicher geworden sind.
Noch alarmierender ist der Bereich häusliche Gewalt. 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 5.204 Fälle erfasst. Das sind noch einmal mehr als im ohnehin schon hohen Vorjahr mit 5.005 Fällen. Der Langzeitvergleich im Handout zeigt zudem: Die Zahlen steigen seit Jahren nahezu durchgehend. Häusliche Gewalt ist damit längst kein Randthema mehr, sondern ein strukturelles und dauerhaftes Problem.
Auch bei den Messerangriffen gab es einen Anstieg. Nach 452 Fällen im Jahr 2024 registrierte die Polizei 2025 insgesamt 476. Das ist zwar keine explosionsartige Entwicklung, aber eben auch kein Rückgang. Die Zahl bleibt hoch.
Unterm Strich ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Die Gesamtkriminalität sinkt, und die Polizei klärt weiterhin viele Fälle auf. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist aber, dass ausgerechnet einige besonders sensible und gesellschaftlich gravierende Deliktbereiche nach oben zeigen. Weniger Straftaten insgesamt bedeuten deshalb noch lange keine Entwarnung.
Das Innenministerium hat zu den Fallzahlen in Mecklenburg Vorpommern eine aufschlussreiche Übersicht erstellt. Diese kann hier eingesehen und heruntergeladen werden:














