(stm/red)
Die Schweriner Innenstadt wird zunehmend zum teuren Pflaster. Das zeigen neue Daten aus dem Grundstücksmarktbericht 2026 und der aktuellen Bodenrichtwertkarte der Landeshauptstadt. Besonders auffällig: Die Mieten für Ladengeschäfte erreichen 2025 den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre und drüber hinaus.
Vor allem in den besten Innenstadtlagen steigen die Preise deutlich. In Bereichen mit besonders hohen Bodenrichtwerten liegen die durchschnittlichen Netto-Kaltmieten für Ladenflächen inzwischen bei 17,40 Euro pro Quadratmeter. In einzelnen Fällen sogar noch höher. Noch vor wenigen Jahren lagen die Werte deutlich darunter.
Die Entwicklung wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Während vielerorts über Leerstände, Onlinehandel und eine schwächelnde Innenstadt diskutiert wird, steigen die Preise für attraktive Geschäftsflächen in Schwerin weiter an.
Die Zahlen zeigen dabei einen klaren Trend: Gute Lage wird immer wertvoller.
Besonders zentrale Bereiche rund um Altstadt, Schlossstraße, Pfaffenteich oder stark frequentierte Einkaufsstraßen profitieren von hohen Bodenrichtwerten und entsprechender Nachfrage. Teilweise liegen die Bodenrichtwerte dort inzwischen zwischen 550 und 1.500 Euro pro Quadratmeter. Die Ernennung zum Welterbe und die allegmeine Wirtschaftlagetun ihr übriges um die Preise weiter deutlich nach oben zu treiben.
Die Folge: Wer in guter Lage verkaufen, eröffnen oder expandieren will, muss tief in die Tasche greifen.
Für große Ketten oder finanzstarke Unternehmen ist das oft noch machbar. Schwieriger wird es dagegen für kleine inhabergeführte Geschäfte, neue Konzepte oder junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die überhaupt erst versuchen, in der Innenstadt Fuß zu fassen.
Genau dort könnte die Entwicklung langfristig problematisch werden.
Denn steigende Gewerbemieten treffen selten nur Vermieter und Unternehmen. Am Ende wirken sie sich oft direkt auf Preise, Angebotsvielfalt und das Stadtbild aus. Kleine Läden verschwinden, Filialisten übernehmen attraktive Standorte und Innenstädte verlieren nach und nach ihren eigenen Charakter.

Auch die Gastronomie spürt den Trend inzwischen deutlich. Restaurants, Cafés und gastronomische Konzepte zahlen heute im Durchschnitt spürbar höhere Mieten als noch vor wenigen Jahren. Büro- und Praxisflächen entwickeln sich dagegen vergleichsweise stabil. Dienstleistungen liegen sogar deutlich unter den Ladenmieten.
Der neue Grundstücksmarktbericht zeigt außerdem: Der Schweriner Immobilienmarkt kommt wieder in Bewegung. 2025 wurden 649 Grundstückskaufverträge registriert – rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mehr Nachfrage. Weniger Fläche. Höhere Preise.
Das Muster zieht sich inzwischen durch viele Bereiche des Schweriner Immobilienmarktes.
Noch liegt Schwerin weit unter den Gewerbemieten großer Metropolen wie Hamburg oder Berlin. Die Richtung ist dennoch eindeutig sichtbar: Gute Lagen werden immer teurer – und die Innenstadt zunehmend zu einem Ort, den sich nicht mehr jedes Geschäft leisten kann.












Was sagen Sie dazu?