350 oder 1.200 Teilnehmer? So erklären sich die unterschiedlichen Zahlen beim „Castle Rave“

(stm)

Nach dem „Rave the Castle“ in Schwerin nennen Polizei und Veranstalter deutlich unterschiedliche Teilnehmerzahlen. Die Polizei sprach von rund 350 Menschen, die Organisatoren von insgesamt etwa 1.200. Dies sorgt nicht nur in den regionalen Sozial Media Beiträgen für Diskussionen.

Die Antwort ist sehr einfach: Beide Zahlen stimmen!

Der Unterschied liegt vor allem in der Zählweise. Die Polizei erfasste die Stärke des Demonstrationszuges zu einem bestimmten Zeitpunkt. Grund dafür ist, einzuschätzen wie stark die Auswirkung auf Straßen und öffentlichen Verkehr ist. Die Veranstalter beziehen ihre Angabe dagegen auf den gesamten Verlauf der mehrstündigen Veranstaltung.

Die Parade startete am Berliner Platz, führte zum Schweriner Schloss und endete am Bertha-Klingberg-Platz. Unterwegs kamen Menschen hinzu, andere verließen den Zug vorzeitig. Einige nahmen nur am Auftakt, an der Zwischenkundgebung oder am Abschluss teil.

Damit können zeitweise etwa 350 Menschen gleichzeitig im Aufzug gewesen sein, während sich über mehrere Stunden insgesamt deutlich mehr Personen beteiligten.

Die Zahl von 1.200 ist allerdings eine Schätzung der Veranstalter. Eine unabhängige Zählung aller unterschiedlichen Teilnehmer liegt nicht vor. Es gibt aber mehrere Videos von dem ersten Castle Rave, die an sich alleine schon deutlich mehr als 350 Personen zeigen.

Möglich sind zudem Doppelzählungen, wenn dieselben Personen an mehreren Stationen erfasst wurden.

Sachlich korrekt ist deshalb: Die Polizei schätzte die gleichzeitige Stärke des Demonstrationszuges auf rund 350 Menschen. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sich im gesamten Verlauf insgesamt etwa 1.200 Menschen zeitweise beteiligten.

Hintergrund:

Wer versucht die Zahlen in einen Widerspruch zu setzen, tut dies – so vermuten es Menschen in verschiedenen Kommentarspalten – aus polititischen Gründen. Hintergrund ist, dass der Rave von dem Bündnis „Prüf“ gestartet wurde, welches sich mit der Frage einer Überprüfung der Parteien beschäftigt, ob jene sich auf dem Boden des Grundegesetzes befinden. Gewissen politischen Strömungen gefällt dies nicht. Die Diskussion sei somit nicht an der Zahl der Feiernden einordnen, sondern politische Lager und derren „Follower“ legitimieren, beziehungsweise deligitimieren.

Wie der erste Rave the Castle verlief (aus Veranstaltersicht) kann hier nochmal nachgelesen werden:


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2 Antworten zu „350 oder 1.200 Teilnehmer? So erklären sich die unterschiedlichen Zahlen beim „Castle Rave““

  1. Avatar von
    Anonymous

    „Man stelle sich mal vor es hätte bei den kilometerlangen Staus medizinische Notfälle, z.Bsp. bei älteren Herrschaften gegeben.“ Das ist dann aber nicht die Schuld der Demo, sondern der Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden. Rettungsdienste werden über mögliche Einschränkungen auf den Fahrten bereits mit der Genehmigung der Veranstaltung informiert und planen dies entsprechend ein. Zumal die Sirenen nicht erst zu hören sind, wenn die Rettungsfahrzeuge vor dem Demozug stehen und die Leute auch zur Seite gehen können. Außerdem hat kein Demonstrierender Interesse daran, dass sich Rettungsfahrzeuge verspäten.

    „Den Leuten das Wochenende versauen, das wird da gewünscht.“ Sowas denken sich meiner Erfahrung nach nur frustrierte Menschen hinterm Steuer, die sich auch darüber aufregen, wenn sie 2 Minuten irgendwo länger warten müssen. Die Polizei hat ja selbst bestätigt, dass genug Möglichkeiten zum Wenden /Ausweichen ermöglicht wurden.

    „Zum Glück wurde die genehmigte Strecke durch die Polizei halbiert.“ Auch falsch, dies wurde durch die Veranstalter aufgrund der Temperaturen entschieden und mit der Polizei abgestimmt.

    „…und nein, ich bin nicht gegen solche Veranstsltungen. Allerdings hat mal als normaler Bürger auch mal genug davon dort immer mit reingezogen zu werden.“ Ich bin nicht dagegen, aber… Heißt nichts anderes, als dass man dagegen ist. Wer denkt, dass Demonstrationen nur so stattfinden sollen, dass sie niemanden einschränken oder stören, versteht den (historischen) Sinn und Zweck einer Demo nicht.

  2. Avatar von
    Anonymous

    Es war extrem unverhältnismäßig dafür was es angerichtet hat. Man stelle sich mal vor es hätte bei den kilometerlangen Staus medizinische Notfälle, z.Bsp. bei älteren Herrschaften gegeben. Den Leuten das Wochenende versauen, das wird da gewünscht. Aber hey, wenn die ganze Woche, Wochenende ist, kann einem das ja auch egal sein. Zum Glück wurde die genehmigte Strecke durch die Polizei halbiert. Ich hoffe der nächste der das genehmigen muss schaltet mal den Kopf ein. …und nein, ich bin nicht gegen solche Veranstsltungen. Allerdings hat mal als normaler Bürger auch mal genug davon dort immer mit reingezogen zu werden.

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