(stm/ Kommentar) Die Situation ist sehr ernst. Das Tierheim Schwerin teilt mit: „Wegen Personalmangel bleibt unser Tierheim weiterhin geschlossen. Nur in „ganz dringenden Fällen“ kann man noch einen Termin mit den Mitarbeitern des Tierheimes vereinbaren.
Seit 2009 hat das Schweriner Tierheim keine Aufstockung von Geldern mehr erhalten. Nicht nur die aktuellen Preissteigerungen stellen das einzige Tierheim der Landeshauptstadt Schwerin vor Herausforderungen. Seit 2009 arbeitete es mit einem stets gleichbleibenden Betrag. Es schien als hatte die Stadtpolitik das Tierheim seit 2009 vergessen, beziehungsweise schlicht ignoriert. Vor einigen Monaten stellte deswegen der ASK Stadtvertreter einen Antrag, dass das Tierheim mehr Geld erhalten solle um die bisherigen Kostensteigerungen abfedern zu können. Ein kleiner „Erfolg“, denn die Stadt hat aufgrund der dadurch öffentlich gewordenen Missfinanzierungen in den vergangenen 12 Jahren dem Ansinnen in Teilen Rechnung getragen. Ab 2023 soll es nun ca 20.000€ mehr Geld für das Tierheim geben. Doch das reicht bei weitem nicht aus um die aktuellen Preissteigerungen abzufedern, geschweige denn dringend benötigtes Personal einzustellen. Die ab 2023 geplanten Zusatzgelder gleichen lediglich die Kosten der letzten 13 Jahre halbwegs aus.
Aktuelle und erwartete Preissteigerungen bei zum Beispiel Strom, Gas, Wasser, Futter, und demnächst auch noch die deutlichen Preissteigerungen bei Tierarztkosten werden nur schwer zu stemmen sein – doch noch schwieriger sieht es bei der Personalsituation aus. Ohne zusätzliches Personal droht eine anhaltende Überlastung des derzeitigen Personals.
Es fehlt an zusätzlichen, vernünftig bezahltem Personal. Die Mitarbeiter schaffen es gerade noch das Tierheim an sich am Laufen zu halten. Ohne extrem viel ehrenamtliches Engagement wäre Schluss. Eine Teilzeitkraft hat sich nach Krankheit in den Urlaub verabschiedet. Alleine der Wegfall dieser einen Teilzeitkraft hat ausgereicht die Personalsituation in dem einzigen Tierheim der Landeshauptstadt Schwerin an ihre Grenze zu bringen. Auch als die Teilzeitkraft noch da war, stand das Tierheim nach Aussagen der Tierheimleitung an der Belastungsgrenze, die nun definitiv überschritten ist.
Eine Schließung für die Öffentlichkeit ist daher unvermeidlich gewesen, im Sinne des Tierwohles. Aktuell befinden sich im Schweriner Tierheim 17 Hunde, 43 Katzen, 7 Vögel, 6 Finken, Kaninchen, Ratten und Vogelspinnen. Um diesen eine angemessene Unterbringung und Pflege geben zu können, muss das Personal sich voll und ganz auf den Betrieb konzentrieren. Für Gästebetreuung und öffentliche Führungen sind einfach keine Ressourcen mehr da.
Dabei war das Tierheim vor einigen Wochen mit der Stadtverwaltung im Gespräch und hat die Situation dargelegt. Allerdings ohne nennenswertes Ergebnis. Im aktuellem Haushaltsplan, der im Rahmen der Haushaltberatungen Anfang Dezember beschlossen werden soll, ist für das Tierheim kein zusätzliches Personal, beziehungsweise ausreichend Geld für eine weitere Vollzeitstelle vorgesehen. Die angedachten Geldmittel reichen bestenfalls um den laufenden Betrieb auf niedrigstem Level zu halten.
Die Stadtverwaltung, der Oberbürgermeister wissen über die schlechte Lage Bescheid. Auch ist der Stadt bekannt, dass das Personal deutlich unter Tarif bezahlt wird, und generell mehr Personal benötigt wird. Deswegen ist es noch viel unverständlicher, dass erst am vergangenen Dienstag (22.11.) der Hauptausschuss bei 10 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen eine Anhebung der Gehälter auf Tarifüblichen Lohn, abgelehnt hat.
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Es ist nun Aufgabe von Stadtpolitik und Verwaltung die angespannte Problemlage des Tierheimes ernst zu nehmen. Die kleine Erhöhung für 2023 ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ohne ausreichendes Personal wird sich die Lage nicht verbessern.














