(stm) Aufmerksamen Schwerinerinnen und Schwerinern sind sie schon aufgefallen. Gewiss auch einigen Touristen, die durch die Engen Gassen 1, 3 und 2 flanierten. Die, an einer Schnur hängenden Schuhe. Gut ein dutzend Schuhe hängen dort. Es scheint als seien es in den vergangenen Wochen mehr geworden. Haben hier einige sich einfach ihrer alten Schuhe entledigt, oder was steckt hinter den auffälligen Objekten?

Wir haben uns auf die Suche begeben und mehrere Bedeutungen gefunden. Von Drogenverstecken, Reviermarkierung, politischen Protest bis zum Kunstobjekt haben wir mehrere Erklärungsversuche gefunden. Klar ist hingegen eines, viele nennen es Shoefiti. Ed Kohler, ein Amerikaner, hat den Begriff „Shoefiti“ geprägt, um das seltsame Phänomen zu beschreiben. Es bezieht sich auf das Aufhängen von Schuhen an Stromleitungen, ähnlich wie Graffiti als Kunstform.
Kunstform“ Shoefiti
Der Begriff Shoefiti (von engl. shoe – Schuh und graffiti – Graffiti) benennt innerhalb der Straßenkunst das Phänomen, dass Paare von Schuhen zusammengebunden über Äste, Leinen, Kabel oder dergleichen geworfen wurden. Während sich diese Streetart Kunstform von Flensburg über Berlin – und nun bis nach Schwerin verbreitet hat, ist der Ursprung von vielen Mythen umrankt.
Viele verschiedene Theorien
Es gibt viele mögliche Erklärungen für das Phänomen der hängenden Schuhe, aber keine eindeutige Antwort. Hier sind einige Theorien, die von Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen berichtet wurden, so kann es ein Brauch sein, um einen besonderen Anlass zu feiern, wie einen Schulabschluss oder das Ende des Militärdienstes. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass es sich um eine Kunstform handelt, die den öffentlichen Raum verändert und zum Nachdenken anregt. In einigen Kulturkreisen gelten Schuhe als Unrein und werden deswegen als stiller Protest genutzt. Wieder andere sagen, es sei eine Art von Markierung, um ein Territorium zu beanspruchen oder eine Botschaft zu senden. Beispielsweise soll sich ein Drogenversteck in der unmittelbaren Umgebung befinden, so besagt es ein Mythos aus den USA. Auch aus den USA stammt folgende Information, in der New Yorker Bronx sollen die Schuhe Drogenverstecke markieren. Und: Die Dealer ehren so verstorbene Gangmitglieder. Statt ein Kreuz aufzustellen, werfen sie die Schuhe des Verstorbenen.

Viele Theorien, keine eindeutige Antwort
Die schönste Geschichte zu den Ursprüngen dieser Tradition handelt von Amerikas bekanntestem shoetree. An einer Pappel am einsamen Highway 50 in Nevada hingen Hunderte von Paaren ihre Schuhe auf. Das erste Paar flog angeblich in den 90er Jahren dorthin. Ein Liebespaar stritt sich auf dem Weg zur Hochzeit, und der Bräutigam warf aus Zorn die Schuhe seiner Verlobten auf einen Ast. Da sie die Schuhe nicht zurückholen konnten, redeten sie und vertrugen sich. Viele weitere folgten dem beispiel.
Weltweit sorgen derartige hängende Schuhe für Spekulationen. Nun also auch in Schwerin.
Was in Schwerin dahinter steckt, kann jede und jeder für sich selbst interpretieren. Ein Anwohner teilte uns mit, es könnte ein Protest gegen die Schließung der Paulshöhe sein, da viele Paulshöhe Fans in der nahegelegenen Bar Gäste sind. Ein weiterer Passant den wir fragten sprach von einem Drogenversteck, wieder ein anderer sagte, dass wohl selbst diejenigen, die ihre Schuhe dort hoch geworfen haben es nicht wissen – es sei einfach Kunst.
Was glaubt ihr, steckt dahinter?



















