(stm)
Während der laufende Streik im öffentlichen Nahverkehr in Schwerin, der seit Samstagfrüh den Betrieb von Bussen und Straßenbahnen stilllegt, die Mobilität der Einwohner stark beeinträchtigt, wirft dies ein kritisches Licht auf die unzureichende Förderung von Alternativen durch die Stadt.
Da Fahrrad aufgrund der Witterungsverhältnisse ausfällt, viele Menschen, gerade mit geringen und mittleren Einkommen in den finanziell günstigeren Wohnungen und somit weiter weg von ihrer Arbeitsstellen wohnen müssen, könnte Carsharing, also das Nutzen eines fremden Autos mit einer oder mehreren Personen eine vernünftige Option sein. In Schwerin gibt es einige wenige Angebot in dem Bereich, doch man hat sich zu sehr auf den Nahverkehr als das Transportgerät der Stadt konzentriert und alternative Möglichkeiten kaum bis gar nicht betrachtet.
Flinkster, gtk mobil und YourCar
Trotz der Verfügbarkeit von Carsharing-Diensten wie Flinkster, gtk mobil, eCarSharing Schwerin Schelfstadt und YourCar in Schwerin, scheint die Stadt nicht genug getan zu haben, um diese als praktikable Alternativen zum Nahverkehr bekannt zu machen. Während die Standorte dieser Anbieter strategisch in der Nähe von Hauptverkehrspunkten wie dem Hauptbahnhof und dem Technologie- und Gewerbezentrum positioniert sind, bleibt die allgemeine Bewusstseinsbildung und Zugänglichkeit für die breite Öffentlichkeit zurück. Zudem sind es viel zu wenig Fahrzeuge die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Mangelnde Förderung und Aufklärung
Die Stadt Schwerin hat es anscheinend versäumt, Carsharing als eine gleichwertige Alternative zum öffentlichen Verkehr zu bewerben und zu unterstützen. Dies zeigt sich in der geringen Sichtbarkeit und Bewerbung dieser Dienste, was zu einer ungenügenden Nutzung durch die Einwohner führt. Dies zeigt sich nun an Streiktagen ganz besonders. Zwar gab es in den vergangenen Jahren immer mal wieder kurze Anträge die von den Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter beraten wurde, doch das Thema wurde schnell und meist ohne konzentriertere Ansätze beiseite gelegt.
Kaum Alternativen während des Streiks
Der aktuelle Nahverkehrsstreik hätte eine Gelegenheit sein können, um Carsharing als Notlösung zu fördern. Jedoch fehlt es an einer proaktiven Kommunikation und Koordination seitens der Stadt, um in der Landeshauptstadt diese Optionen effektiv nahezubringen. Dies führt zu einer Situation, in der viele Bürger möglicherweise nicht einmal wissen, dass Carsharing eine verfügbare Option ist.
Langfristige Nachteile und Abhängigkeit vom NVS
Die mangelnde Förderung von Carsharing-Diensten kann langfristig negative Auswirkungen auf die Mobilitätsinfrastruktur in Schwerin haben. Eine stärkere Integration von Carsharing in das Verkehrssystem könnte nicht nur in Krisenzeiten wie Streiks hilfreich sein, sondern auch dazu beitragen, den städtischen Verkehr zu entlasten und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation in Schwerin, dass trotz vorhandener Carsharing-Angebote, ohne angemessene Förderung und Integration dieser Dienste in das städtische Verkehrskonzept, die Schweriner in Zeiten des Bedarfs wie beim aktuellen Nahverkehrsstreik im Stich gelassen werden.
Es bedarf drind einer kritischen Überprüfung und Neuausrichtung der städtischen Mobilitätspolitik, um Carsharing als eine Alternative zum öffentlichen Verkehr zu etablieren und zu fördern. Dann begibt sich Schwerin nicht auch fahrlässig in eine derartig heikle erpresserartige Situation, die Verdi über den Nahverkehr an dieser Stelle indirekt ausübt.
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