(stm)
Die Paulshöhe in Schwerin sorgt seit Jahren für hitzige Debatten. Was früher ein beliebtes Stadion, eines der ältesten in Mecklenburg Vorpommern war, soll jetzt in ein modernes Wohngebiet umgewandelt werden. Doch die Pläne spalten die Meinungen von Politik, Anwohnern und Initiativen. Wie steht es um die Zukunft dieses besonderen Ortes?
Vom Fußballstadion zum Wohnquartier
Lange diente die Paulshöhe als Zentrum des lokalen Fußballs. Doch 2021 entschied die Stadtvertretung, den Sport auf den neuen Standort Lankow zu verlegen. Das Ziel: Die Fläche als Wohnquartier entwickeln. Dabei sollten Empfehlungen eines (inzwischen als fragwürdig zusammengesetzen) Dialogforums helfen, das eine Mischung aus Wohnbebauung, Grünflächen, Bildungseinrichtungen und Freizeitangeboten vorschlug. Seinerzeit mit am Tisch – die Waldorfschule. Diese ist inzwischen aus den Planungen ausgestiegen und will in Zippendorf bauen. Die Empfehlungen des Dialogformus sollen weiter verfolgt werden – in abgeänderter Form, wenn es nach Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier geht.
Was aktuell passiert
Im September 2024 brachte Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier eine neue Beschlussvorlage ein. Diese stützt sich auf die Vorschläge des Dialogforums – allerdings nicht in vollem Umfang. Ein wichtiger Halbsatz, der abweichende Meinungen in den Planungsprozess einbinden sollte, wurde ausgelassen. Das sorgte für Unmut. Stadtvertreterin Anita Gröger (ASK) reichte daraufhin einen Antrag ein, um sicherzustellen, dass alle Meinungen berücksichtigt werden.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage, ob die Flächen verkauft oder im Erbbaurecht vergeben werden sollen. Die CDU-Fraktion spricht sich für einen Verkauf aus, um Geld in die Stadtkasse zu bringen. Andere, wie der Ortsbeirat Gartenstadt/Ostorf, wollen die Flächen im Erbbaurecht vergeben, um langfristig mehr Kontrolle über die Nutzung zu behalten.
Die Empfehlungen des Dialogforums
Das Dialogforum hatte Vorschläge gemacht, die unterschiedliche Interessen vereinen sollten – ausgeschlossen seinerzeit (noch) ein Teilerhalt.
Zu dem Empfehlungen des Forums gehören:
- Grünflächen: Öffentlich zugängliche Bereiche für Bewegung und Erholung.
- Nachhaltigkeit: Zertifizierungen wie DGNB oder QNG, um die Fläche umweltfreundlich zu gestalten.
- Soziale Mischung: Ein Viertel der Wohnungen soll für Menschen mit geringem Einkommen reserviert werden.
Unterschiedliche Positionen treffen aufeinander
Die politischen Lager sind gespalten. Es gibt mehrere Ergänzungs und Änderungsanträge von den verschiedenen Parteien und Gruppen. Während die CDU am kommenden Montag auf Einnahmen aus einem Verkauf setzt, legen Grüne und Die PARTEI Wert auf soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Der Ortsbeirat versucht, mit einem Kompromiss beide Seiten zu verbinden: Erst die Wettbewerbsergebnisse abwarten und dann über die Verwertungsform entscheiden.
OB will „städtebaulich
freiraumplanerischen Wettbewerb“ und „transparenten öffentlichen Dialog“
Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier hat zu der Sitzung der Stadtvertretung den Antrag vorgelegt. Der genaue Beschlusstext lautet:
„Für das gesamte Quartier des Wohnparks Paulshöhe soll ein städtebaulich freiraumplanerischer Wettbewerb (inkl. Mobilitätskonzept) durchgeführt werden. Die Vorgaben für den Wettbewerb werden vorab – auf Basis der Empfehlungen des Dialogforums – von der Stadtverwaltung in einem transparenten öffentlichen Dialog mit der Stadtpolitik, Interessierten und möglichen künftigen Nutzern entwickelt.„
Mit einem „städtebaulich freiraumplanerischen Wettbewerb“ ist gemeinhin gemeint, dass ein umfassender Planungsprozess angestoßen werden soll, um die zukünftige Entwicklung des Quartiers ganzheitlich zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um die architektonische Gestaltung und die Nutzung der Grundstücke, sondern auch um die Einbindung von Freiräumen wie Grünflächen, Spielplätzen oder Plätzen zur Begegnung. Ein Mobilitätskonzept als Bestandteil des Wettbewerbs müsste demnach sicherstellen, dass sowohl der öffentliche Nahverkehr als auch der Rad- und Fußverkehr sowie PKW und Anwohnerverkehr berücksichtigt werden müsste.
Durch einen „transparenten öffentlichen Dialog“ soll im Grunde ein breites Meinungsbild entstehen, das als Grundlage für die Erarbeitung der Wettbewerbsvorgaben dient. Dies bedeutet, dass die Stadtpolitik, Fachleute, interessierte Bürger und künftige Nutzer aktiv in den Prozess eingebunden werden müssten – wenn dem Beschlussvorschlag so zugestimmt werden sollte.
Es bleibtspannend, und abzuwarten, wie die Stadtvertretung entscheiden wird. Die Sitzung der Stadtvertretung der Landeshauptstadt Schwerin kann am kommenden Montag ab 17 Uhr im Livestream auf der Internetseite der Stadt Schwerin, auf www.schwerin.de/stream in Echtzeit angesehen werden.
Hier können die Dokumente zur kommenden Sitzung eingesehen werden:
https://bis.schwerin.de/vo0050.asp?__kvonr=10976
Hier die „Empfehlungen des Dialogforum“:












3 Antworten zu „Am Montag Thema in der Stadtvertretung – Paulshöhe. Wie geht es weiter mit dem umstrittenen Areal?“
[…] Am Montag Thema in der Stadtvertretung – Paulshöhe. Wie geht es weiter mit dem umstrittenen&n… […]
Es
Das Areal ist ein absolutes Filetstück und weckt dadurch diverse Begehrlichkeiten. Wo, wenn nicht dort gibt es die Möglichkeit, villenartige Häuser an einem See neu zu bauen. Derartiges ist ganz in der Nähe schon entstanden, wie man auf dem Bild sehen kann. Die paar Kröten, welche die Stadt durch den Verkauf der Grundstücke bekommt sind schnell im defizitären Haushalt verbraten. Also Erbbaurecht, denn da kommt regelmäßig was rein und das „Tafelgold“, denn Tafelsilber ist das nun wahrlich nicht, bleibt bei der Stadt. Die bauwütigen von der CDU finden noch nicht einmal einen Weg um das Warnitzer Feld zu verhökern und wollen hier den großen Reibach machen. Och nöö Nebenbei wird eine historische Stätte des Sports vernichtet. Natürlich werden diverse Gründe gefunden um die Sportstätte endgültig zu vernichten, welche in den 50er Jahren mit viel Fleiß und Schweiß im Nationalen Aufbauwerk NAW zu dem gemacht wurde, was sie bis zuletzt war. Seinen Anfang in Richtung Vernichtung nahm das Ganze, weil es einer linken Klientel nicht gefallen hat, dass dort Fans des Fußball, welche man natürlich „RECHTS“ verortet hatte, dort ihre Mannschaft feierten. Den aus westlichen Gefilden Zugereisten soll nun, unter allerlei Brimborium wie „Dialogforrum“ und wer weis was noch, eine schicke Heimstatt geboten werden. Ich höre noch das geheule, als die Stadt das Areal für eine Flüchtlingsunterkunft ins Auge fasste. Da fielen gleich alle Masken bei den Kleinbürgern.