(stm)
Friedrichstraße: Schöne Gastronomie – aber kein Platz für Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl
Die Friedrichstraße in Schwerins Innenstadt ist beliebt. Vor allem an warmen Sommerabenden füllt sich die Straße mit Leben: Menschen sitzen unter großen Schirmen vor dem Restaurant „Kabana“ oder dem neu eröffneten Angoor, es wird gegessen, gelacht, gefeiert.
Doch wer mit einem Kinderwagen unterwegs ist, auf einen Rollator angewiesen ist oder im Rollstuhl sitzt, erlebt die Friedrichstraße ganz anders – als Hindernisparcours. Die Fußwege sind zugebaut.

Zwischen Autos, Außengastronomie und Lieferverkehr bleibt für Fußgängerinnen und Fußgänger de Facto kein Platz.
Besonders problematisch wird es, wenn motorisierte Fahrzeuge wie Roller oder Mopeds durch die enge Gasse fahren oder eben PKW, – wie auf dem Foto zu sehen.
Für viele Menschen bedeutet das eine reale Gefährdung. Wer nicht schnell genug ausweichen kann, steht im schlimmsten Fall direkt auf der Fahrbahn. Eine klare Trennung von Geh- und Fahrbereich ist nicht erkennbar.
Man muss ja aktuell zwingend auf der Straße laufen..
Der massive Aufbau des Außenbereichs des Restaurants nimmt fast die gesamten Fußgängerzone ein.
Auf der linken Seite stehen gelegentlich Autos. Dazwischen: eine schmale Passage, durch die sich Fußgänger, Radfahrer, Lieferanten und gelegentlich eben auch Rollerfahrer ihren Weg bahnen.
Für Menschen mit Kinderwagen oder Rollator ist das ein untragbarer Zustand. Auch Seniorinnen und Senioren oder mobilitätseingeschränkte Personen fühlen sich hier alles andere als sicher.
Auf Initiative eines Stadtvertreters wurde diese Situation kürzlich im nicht öffentlichen Teil des Hauptausschuss der Landeshauptstadt Schwerin thematisiert.
Ziel müsse es sein, die Friedrichstraße barrierefrei und für alle sicher nutzbar zu machen – ohne dabei die Aufenthaltsqualität zu schmälern. Eine Lösung könnte die bessere bauliche Abgrenzung der Gastronomieflächen sein, etwa durch Poller, klare Bodenmarkierungen oder sogar durch eine komplette Umgestaltung des Straßenraums.
Die Friedrichstraße steht beispielhaft für ein Problem, das viele Innenstädte betrifft: Wie gelingt es, lebendige Gastronomie und Aufenthaltsqualität mit Barrierefreiheit, Sicherheit und gleichberechtigter Nutzung durch alle Menschen zu verbinden? Schwerin ist gefordert, darauf eine klare Antwort zu finden – bevor es zu einem Unfall kommt.


















