(stm)

Zur kommenden Sitzung der Stadtvertretung bringt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/Die PARTEI einen Antrag ein, der die Einrichtung einer Fußgängerzone in der Friedrichstraße zum Thema macht. Der Oberbürgermeister soll beauftragt werden, verschiedene Modelle zur Verkehrsberuhigung prüfen zu lassen.

Der Antrag sieht vor, nicht nur eine Fußgängerzone, sondern auch Alternativen wie einen verkehrsberuhigten Bereich oder die Umsetzung der im Radkonzept vorgeschlagenen Radstraße in Betracht zu ziehen. Auch Kombinationen der Varianten sollen geprüft werden. Für jede Option erwartet die Fraktion eine Bewertung der Folgen für alle Verkehrsteilnehmer – von Fußgängern über Radfahrer bis hin zu Autofahrern und mobilitätseingeschränkten Menschen – sowie eine Analyse der Auswirkungen auf angrenzende Straßenbeziehungen.

Darüber hinaus sollen die Effekte auf die Aufenthaltsqualität, den Tourismus, die gewerbliche Nutzung und die allgemeine Lebensqualität untersucht werden. Über die Ergebnisse soll die Verwaltung im zweiten Quartal 2026 berichten.

Begründet wird der Antrag vor allem mit der steigenden touristischen Bedeutung der Schweriner Altstadt seit der Verleihung des UNESCO-Weltkulturerbe-Titels für das Residenzensemble. Die Friedrichstraße sei aufgrund ihrer niveaugleichen Gestaltung, der Vielzahl an Geschäften und gastronomischen Angeboten sowie der bereits erprobten Nutzung bei Straßenfesten besonders geeignet, fußläufig erlebbar gemacht zu werden.

Auch beim ruhenden Verkehr sehen die Antragsteller Spielräume. Die Zahl der Parkvorgänge in der Innenstadt sei deutlich zurückgegangen, zudem stünden mit Parkhäusern am Marienplatz, in den Schweriner Höfen und an der Grünen Straße ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Die Bauarbeiten der vergangenen Jahre hätten zudem gezeigt, dass selbst längere Einschränkungen beim Parken in der Friedrichstraße ohne größere Probleme möglich seien.

Ein weiterer Aspekt betrifft den Radverkehr: Laut Antrag könnte eine Öffnung der Friedrichstraße für Radfahrer die Zufriedenheit beider Nutzergruppen steigern und die Verkehrssicherheit erhöhen. Ein Forschungsvorhaben der Fachhochschule Erfurt habe gezeigt, dass Radfahrer in Fußgängerzonen sicher unterwegs sein können und nicht mehr gezwungen wären, auf Gehwege auszuweichen.

Bestehende Zufahrtsrechte, etwa für Anwohner und Hotellerie, sollen erhalten bleiben. Außerdem soll die Anwohnerschaft in die Prüfung einbezogen werden. Ziel sei es, so die Antragsteller, die Attraktivität der Friedrichstraße als Einkaufs- und Erlebnisstraße zu stärken und einen Beitrag zu einer lebendigen Altstadt zu leisten.


Hier kann der Antrag der Grüne/PARTEI eingesehen und heruntergeladen werden:


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