(stm)
In Schwerins Fachausschüssen wird in den nächsten Wochen über ein mögliches Nachtfahrverbot für Mähroboter diskutiert. Ziel des von der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP eingebrachten Antrags ist es, den Schutz heimischer Igel und anderer Kleintiere zu verbessern. Die Verwaltung lehnt den Vorstoß allerdings ab – mit Verweis auf praktische und finanzielle Hürden.
Der Antrag, der in der Stadtvertretung eingebracht wurde, sieht vor, dass Mähroboter zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nicht mehr betrieben werden dürfen. Damit sollen die nachtaktiven Igel geschützt werden, die sich häufig auf frisch gemähten Rasenflächen aufhalten und von den Robotern verletzt oder getötet werden.
„In Städten wie Köln, Leipzig, Göttingen, Mainz und Bad Oldesloe hat sich ein nächtliches Fahrverbot bereits bewährt“, heißt es in der Begründung des Antrags. Dort habe man beobachtet, dass die Zahl verletzter Tiere deutlich zurückging. Begleitend schlägt die Fraktion eine Aufklärungskampagne vor, um Bürgerinnen und Bürger über die Gefahren von Mährobotern und den Artenschutz zu informieren.
Verwaltung hält Umsetzung schwer umsetzbar
Die Schweriner Stadtverwaltung erkennt zwar die rechtliche Zulässigkeit des Antrags an, rät jedoch von einer Umsetzung ab. In ihrer Stellungnahme verweist sie auf erheblichen Kontrollaufwand und zusätzliche Kosten, die durch nächtliche Überwachungen und Informationskampagnen entstehen würden.
Statt eines Verbots empfiehlt die Verwaltung eine „verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mit vertretbarem Aufwand“, etwa durch Pressemitteilungen, Newsletter oder Social-Media-Beiträge. Zudem solle auf bereits vorhandene Materialien und Kampagnen der Naturschutzverbände verwiesen werden. Diese leisteten bereits umfangreiche Informationsarbeit zum Thema Igelschutz, heißt es in dem Papier.
Symbolpolitik oder wirksamer Tierschutz?
Der Antrag der Unabhängigen Bürger/FDP spaltet die Meinungen. Während Tierschützer das Anliegen begrüßen, halten Kritiker das geforderte Verbot für schwer kontrollierbar und kaum durchsetzbar. Auch die Verwaltung sieht die personellen Ressourcen dafür nicht gegeben.
Fraktionsvorsitzender Manfred Strauß betont dennoch die Signalwirkung des Vorstoßes: „Ein Nachtfahrverbot für Mähroboter wäre ein klares Zeichen für gelebten Artenschutz in unserer Stadt“, so Strauß in seiner Begründung.
Obs in Schwerin bald ein nächtliches Mähverbot gibt, soll auf der nächsten Sitzung der Stadtvertretung betaren werden. Der Antrag wird in den kommenden Wochen in mehreren Fachausschüssen vorberaten. Hier die Termine: SessionNet | Bürgerinformationssystem der LHS Nachtfahrverbot für Mähroboter in der Landeshauptstadt
Hier kann der Antrag, nebst der Stellungnahme der Stadtverwaltung eingesehen und heruntergeladen werden:



















