(stm)
Die Schließung der Kita Mosaik in sorgt weiter für Diskussionen und Besorgnis bei Eltern, Beschäftigten und Kommunalpolitikern. Nachdem die Volkssolidarität als Träger angekündigt hatte, die Einrichtung zum Jahresende 2025 aus sicherheitstechnischen Gründen zu schließen, liegt nun die Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage des Stadtvertreters Henning Foerster (DIE LINKE) vor. Sie zeigt, wie komplex die Situation ist – und dass die Stadt bisher keine dauerhafte Lösung gefunden hat.
Sanierungsstau und gescheiterte Neubaupläne
Bereits seit Jahren sei der bauliche Zustand der Kita Mosaik ein Thema, schreibt die Stadt in ihrer Beantwortung. Nach Angaben der Stadt wurden erste Gespräche über eine Sanierung bereits 2018 geführt – damals noch mit einem anderen Träger. Seit 2021 liefen die Verhandlungen mit der Volkssolidarität weiter. Wegen der massiven Mängel an der Gebäudetechnik, insbesondere der elektrischen Anlagen, galt eine Sanierung als unwirtschaftlich. Stattdessen wurde über einen Ersatzneubau diskutiert.
Konkret geprüft wurden seinerzeit demnach zwei Standorte:
- das Gelände der ehemaligen Kita „Petermännchen“ in der Pecser Straße,
- sowie ein Baufeld im Plangebiet „Neue Mitte – Neu Zippendorf“.
Beide Optionen zerschlugen sich. Das Grundstück in der Pecser Straße wurde inzwischen der Waldorfvereinigung e.V. überlassen, und das Areal in Neu Zippendorf wurde als nicht ausreichend bewertet. Eine Investition durch das städtische Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) auf dem bestehenden Kita-Grundstück sei rechtlich nicht möglich, heißt es aus dem Rathaus. Der Träger wiederum hielt einen Neubau auf eigenem Gelände für nicht realisierbar.
Über 100 Kinder betroffen
Aktuell werden in der Kita Mosaik 109 Kinder, davon 100 aus Schwerin, betreut. Für sie müssen bis Jahresende 2025 alternative Betreuungsplätze gefunden werden. Laut Stadtverwaltung laufen dazu bereits Gespräche mit anderen Trägern in den Stadtteilen Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz.
„Die Kita-Träger haben grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert, Kinder – wenn möglich – im Gruppenverbund aufzunehmen“. Auch für das Personal gebe es positive Signale: Die Übernahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in andere Einrichtungen sei nicht ausgeschlossen. Konkret benannt wird dort allerdings nichts.
Unklare Zukunft des Grundstücks
Was nach der Schließung mit dem Gebäude und dem Grundstück passiert, ist bislang offen. Die Stadtverwaltung betont, dass es sich um Privateigentum des Trägers handelt. Über eine künftige Nutzung oder einen möglichen Abriss liegen derzeit keine Informationen vor.
Eltern fordern Klarheit
Die Nachricht von der Schließung hat in der vergangenen Wochn für Aufregung gesorgt. Viele Eltern befürchten, dass ihre Kinder nach der Schließung auf mehrere Einrichtungen verteilt werden und vertraute Bezugspersonen verlieren. Auch die Frage, ob die neuen Plätze wohnortnah und bezahlbar sind, bleibt offen.
„Wir verstehen nicht, warum so lange über Standorte geredet wird, aber am Ende keine Lösung steht“, sagte eine Mutter im Gespräch mit Schwerin.News. „Das trifft Familien mitten im Alltag.“
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Eltern schlagen Alarm: Kita Mosaik in Schwerin soll Ende 2025 schließen. – schwerin.news
Kommentar (stm):
Die Stadtverwaltung will die weitere Entwicklung in der Fortschreibung der Bedarfsplanung berücksichtigen. Ob und wo ein Neubau als Ersatz für die Kita Mosaik entsteht, ist derzeit unklar. Fest steht: Der Verlust von mehr als hundert Betreuungsplätzen wird die ohnehin angespannte Situation in Schwerin weiter verschärfen.
Hier kann die Anfrage des Stadtvertreter Henning Förster und die Beantwortung dazu eingesehen und heruntergeladen werden:

















