(red/PM/LHSN)
Schwerin zieht die Notbremse für den nächtlichen Mähroboter-Einsatz. Seit dem 27. April gilt im gesamten Stadtgebiet ein Verbot für den Betrieb autonomer Rasenmäher in den Abend- und Nachtstunden. Hintergrund ist der Schutz von Igeln und anderen kleinen Tieren.
Wie die Stadt Schwerin mitteilt, hat die Stadtverwaltung auf Beschluss der Stadtvertretung den nächtlichen Betrieb von Mährobotern verboten. Die entsprechende Allgemeinverfügung ist am 27. April in Kraft getreten. Nach Angaben der Stadt kann sie unter www.schwerin.de nachgelesen werden.
Das Verbot gilt nicht rund um die Uhr. Tagsüber dürfen Mähroboter weiterhin eingesetzt werden. Untersagt ist der Betrieb jedoch in der besonders sensiblen Zeit: von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang. Genau dann sind viele kleine Tiere unterwegs – darunter auch Igel.
Warum Mähroboter nachts zur Gefahr werden
Igel gehören nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Arten. Besonders vor und nach dem Winterschlaf sind sie auf Nahrungssuche. Dabei bewegen sie sich vor allem in der Dämmerung und in der Nacht durch Gärten, Parks und Grünflächen.
Das Problem: Igel flüchten bei Gefahr meist nicht. Sie rollen sich zusammen. Was gegen natürliche Feinde helfen kann, wird bei Mährobotern zur tödlichen Falle. Die Geräte können die Tiere schwer verletzen oder töten. Nach Angaben der Stadt bestätigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass viele Mähroboter kleinere Tiere erst bei direktem Kontakt erkennen.
Mit dem nächtlichen Fahrverbot soll diese Gefahrenquelle deutlich reduziert werden.
Gärten sollen nicht nur kurz, sondern auch tierfreundlich sein
Die Stadt weist zugleich darauf hin, dass Igel und andere kleine Tiere am besten durch naturnahe Gärten unterstützt werden. Gehölze, kleine Strukturen, Laubhaufen oder Rückzugsräume können helfen, Lebensräume zu schaffen. Auch eine kurze Kontrolle des Rasens vor dem Mähen kann Tiere schützen.
Das neue Verbot richtet sich damit nicht gegen die Nutzung von Mährobotern insgesamt. Es setzt aber eine klare Grenze dort, wo Technik zur Gefahr für Tiere wird: in der Nacht.
Für Schwerinerinnen und Schweriner bedeutet das konkret: Wer einen Mähroboter nutzt, sollte die Programmierung überprüfen und sicherstellen, dass das Gerät nur tagsüber fährt.
Hier kann die Verfügung eingesehen und heruntergeladen werden:













