(red)
Zum Weltkindertag am 20. September warnt der Kinderschutzbund vor einer weiteren Schwächung der Kinder- und Jugendhilfe. Steigende Bedarfe treffen vielerorts auf knappe Kassen, fehlendes Personal und überlastete Strukturen. Unter dem Motto „Wen kümmert’s?“ macht der Verband auf die Folgen aufmerksam.
„Kinder haben ein Recht darauf, geschützt, gefördert und beteiligt zu werden. Diese Rechte dürfen nicht davon abhängen, wie angespannt die Haushaltslage gerade ist“, sagt Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes. Unterstützung für Familien, Hilfen zur Erziehung, Beratung, Jugendarbeit und Kinderschutz seien keine Angebote, die sich eine Gesellschaft nur in finanziell guten Zeiten leisten könne. Gleichzeitig würden die Anforderungen an Fachkräfte und Einrichtungen weiter steigen. „Wenn Familien lange auf Unterstützung warten, Fachkräfte dauerhaft an ihrer Belastungsgrenze arbeiten und Angebote eingeschränkt werden müssen, hat das konkrete Folgen für Kinder und Jugendliche“, so Andresen.
Auch Mecklenburg-Vorpommern steht dabei vor besonderen Herausforderungen. „Gerade erst hat die neueste Pisa-Studie einmal mehr ans Licht gebracht, dass Bildungserfolg in Deutschland weit mehr als anderswo vom sozialen Status der Familie abhängt. In Mecklenburg-Vorpommern wachsen überdurchschnittlich viele Kinder in Armut auf“, sagt Frau Stiemer, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Das müsse Ansporn sein, gegen soziale Ungleichheit vorzugehen und für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen. Dafür liefere der Kinderschutzbund Ideen und Angebote und erwarte Unterstützung von der Politik.
Der Kinderschutzbund fordert Bund, Länder und Kommunen deshalb auf, die Kinder- und Jugendhilfe verlässlich und bedarfsgerecht auszustatten. Kinderrechte müssten auch bei angespannten Haushalten Maßstab politischen Handelns bleiben. Andresen formuliert es zum Weltkindertag so: „Kinder brauchen Erwachsene und Institutionen, die Verantwortung übernehmen.“ Die Frage „Wen kümmert’s?“ müsse deshalb eine klare Antwort haben: „uns alle – und besonders der Staat.“
















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