(stm) Im Sommer noch hatte die Stadtvertretung über einen Antrag beraten, der zum Ziel hatte die Stundenregelungen für Straßenmusiker zumindest für Zeiten von Stadtfesten aufzuheben. Der Antrag fand in der Stadtvertretung jedoch keine Mehrheit. Er wurde unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass das Ordnungsamt bei Festen wie Altstadtfest oder Weihnachtsmarkt schon „nicht so genau hinsehen werde“ und „sensible Entscheidungen getroffen werden“.

Doch genau dies passierte in den vergangenen Tagen nicht. Wie uns mehrere Musiker mitteilten wurden sie mehrfach durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf die Stundenregelung hingewiesen, und das auf dem aktuell stattfindenden Weihnachtmarkt.

„Die Stadt, beziehunhsweise der Veranstalter hat kein Geld um die Gebühren für Gema-Musik auf dem Weihnachtsmarkt zu bezahlen. Dann denjenigen, die hier noch etwas weihnachtliche Stimmung verbreiten mit Bußgeldern zu drohen ist nicht clever. Die Stadt könnte uns Musiker doch einfach in Ruhe durchspielen lassen, das wäre doch eine vernünftige Idee die alle zufrieden stellt.“ sagt einer der Musiker (Klaviermusik) währen der stündlichen Zwangspause auf dem gut gefülltem Weihnachtsmarkt.

Ähnlich sieht es die Betreiberin eines Essensstandes auf dem Posthof: „Ich bin schon in vielen Städten gewesen, aber so eine Stimmung wie in Schwerin hab ich noch nicht erlebt. Keine Musik, außer direkt vor den großen Fahrgeschäften. Selbst Straßenmusiker werden gezwungen Ruhepausen einzuhalten. Das schlägt ganz schön auf die Stimmung.“

Ein weiterer Straßenmusiker, der sich passend auf Weihnachtsmusik festgelegt hat berichtet von einer skurril wirkenden Begebenheit: „Ich hatte es gewagt bereits um 13:57 Uhr Musik zu machen, als ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes kam und mich mit einem Fingerzeig darauf hinwies, dass ich noch 3 Minuten warten muss.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Aber so ist das wohl. Ordnung muss sein.“

Die aktuelle Regelung legt fest, dass zwischen 10 und 19 Uhr nur in geraden Stunden Musik gespielt werden darf. Die Regelung stößt seit bestehen immer wieder auf Kritik. Dabei sagte Oberbürgermeister Badenschier auf der Stadtvertretersitzung im Sommer des Jahres, dass er sich nicht vorstellen kann, dass Musikern auf dem Altstadtfest oder dem Weihnachtsmarkt untersagt werden wird, in der ungeraden Stunde Musik zu machen. Da werde der Ordnungsdienst schon sensibel entscheiden.

Leider ist dem nicht so. Und somit werden diejenigen die immerhin etwas Musik auf den Weihnachtsmarkt bringen die Zwangspause weiter einhalten müssen, sofern sie kein Bußgeld erhalten wollen.


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