(stm) Das in Schwerin einige merkwürdig verkleidete Gestalten herum laufen ist bei knapp 99.000 Einwohnern und abertausenden Touristen nicht ungewöhnliches. Doch wenn es sich dabei um einen Landtagsabgeordneten, der als konservativ geltenden CDU handelt, sticht dass nochmal etwas deutlicher hervor.
Tatsächlich ist der Landtagabgeordnete und „Forstpolitische Sprecher“ der CDU Landtagsfraktion, Thomas Diener in einem Wolfskostüm in den Schweriner Landtag gegangen. Die Aktion, direkt vor und im Landtag von Mecklenburg Vorpommern wird von einigen mit Humor, von anderen mit Fremdscham aufgenommen.
Streit wegen Kot-Untersuchung und unbefriedigten Antworten zu einem vermeintlichen Wolfsangriff
Diener selbst begründet seinen Auftritt in Schwerin damit, dass es Ende April Berichte über einen angeblichen Angriff eines Wolfs auf einen Mann in der Mecklenburgischen Seenplatte gab. Landwirtschaftsminister Till Backhaus bestritt jedoch, dass es ein Wolfsangriff war, und drohte mit Anzeigen wegen Verleumdung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Diener zweifelt jedoch die Erklärungen des Ministers an und hat eine Liste mit Fragen zu dem Vorfall geschickt. Es gibt Ungereimtheiten bezüglich der Probenentnahme und -untersuchung. Diener stellt die Glaubwürdigkeit der Untersuchungen in Frage und weist auf mögliche Verbindungen zwischen einer beteiligten Firma und dem Landesamt für Umwelt hin. Es gibt Zweifel an den Ergebnissen der DNA-Untersuchung, und es wird darauf hingewiesen, dass in der Gegend keine freilaufenden Hunde bekannt sind, die dem Angriff zugeschrieben werden könnten. Diener möchte außerdem wissen, wogegen sich die Anzeige des Ministers richtet und wer die Kosten trägt. Er äußert den Verdacht, dass nicht alles korrekt abgelaufen ist, weil bestimmte Ergebnisse nicht akzeptiert werden dürfen.
Und da er sich nicht ausreichend wahr genommen fühlt, verkleidete sich der Mann als Wolf und veröffentlichte die Aufnahmen auf seinem Instagram Account.
Abgeordneter Diener will den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern abschießen.
Mit dem „Wolf in M-V“ hat Diener seit längerem Probleme. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in der Vergangenheit mehrfach für eine erleichterte Bejagung von Wölfen ausgesprochen. Thomas Diener, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in MV, forderte, dass „regionale Überbestände“ des Raubtiers abgebaut werden müssten. „Dabei kommt der Jagd eine ganz elementare Rolle zu“, erklärte der Landwirt im Februar dem Nordkurier. Man kann seinen Auftritt als einen durchaus albernen, oder nach Ansicht anderer witzigen, Versuch betrachten das Thema Wolf und somit auch den Abschuss in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu bringen.
Hier kann sich das Video seiner Aktion angesehen werden:



















