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„KIW Vorwärts“: Fotografen holen Schwerins größten DDR-Kfz-Betrieb als Lost Place zurück in die Erinnerung

(PM/red)

Wer in der Weststadt zwischen Mittelweg und Hopfenbruchweg unterwegs ist, kennt den riesigen Komplex – und doch bleibt er für viele ein blinder Fleck: das ehemalige Kraftfahrzeug-Instandsetzungswerk (KIW) „Vorwärts“. Wo einst im Schichtbetrieb repariert, lackiert, geschmiedet und instandgesetzt wurde, herrscht seit Jahrzehnten Stille. Jetzt rückt der Ort als Motiv ins Licht einer Ausstellung: „KIW Vorwärts“ in der MV-Fotogalerie.

Das KIW war mehr als nur eine Werkhalle. Nach Angaben der Landeshauptstadt Schwerin galt es als größtes Instandsetzungswerk seiner Art in der DDR; vor der Abwicklung 1990 arbeiteten dort mehr als 800 Beschäftigte. Der Komplex war funktional durchgeplant – mit Werkhalle samt charakteristischem Sheddach, Bürohochhaus, Transformatoren- und Heizhaus; die Stadt nennt zudem eine überdachte Fläche von 14.000 Quadratmetern für Werkstattplätze und Gewerke wie Schmiede, Lackiererei, Polsterei und Tischlerei.

Auch denkmalpflegerisch ist das Areal hoch spannend: Die Landesdenkmalpflege beschreibt das KIW als Anlage, die in Bauphasen zwischen 1954 und 1963 entstand und deren Gebäudebestand stilistisch deutlich zweigeteilt ist – von traditionell geprägten Bereichen bis hin zu auffallend modernen Bauformen.

Elf Fotograf:innen, drei Wochenenden – viele Blickwinkel

Genau diese Mischung aus Industriearchitektur, Verfall, Spuren und Atmosphäre war der Auslöser für den Fotoclub MV-Foto: Der Verein wollte den Ort fotografisch erkunden, Ergebnisse öffentlich zeigen – und den ehemaligen Arbeitsort „damit in Erinnerung bringen“. An drei Wochenenden waren elf Mitglieder auf dem Gelände unterwegs: Anne Jüngling, Klaus-Peter Schmidt, Maria Schöne, Maria Schütt, Markus Wedde, Manfred Klement, Martin Ahlert, Olaf Bellmann, Rainer Dahlmeier, Raoul Hinze und Thomas Dürr.

Dabei blieb es nicht beim klassischen Lost-Place-Blick. Laut Ankündigung belebte die Motivsuche das seit rund 30 Jahren stillgelegte Gelände kurzzeitig: mit szenischen Arrangements, einer Band – und sogar einem Aktmodell, das eigens nach Schwerin gelockt wurde. Entstanden seien sehr unterschiedliche Sichtweisen: riesige leere Hallen, Details, Graffitis, verlassene Räume – ein fotografischer Gang durch ein Stück Schweriner Industrie- und Stadtgeschichte.

Ausstellung: Termin, Ort, Eintritt

Zu sehen ist „KIW Vorwärts“ vom 25. Januar bis 22. März 2026 in der MV-Fotogalerie, Puschkinstraße 13 (Schwerin). Die Eröffnung findet am Sonntag, 25. Januar 2026, um 15 Uhr statt. Geöffnet ist die Galerie Donnerstag bis Sonntag jeweils von 15 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei.

Titelbild: Martin Ahlert

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