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(stm/red)
Petition, Anwohnerbeschwerden, Ordnungsdienst bis Mitternacht: Um wenige Plätze in Schwerin wird gerade hart gestritten. In der Debatte um den Schlachtermarkt fehlt bisher eine Stimme ganz offensichtlich – die der Jugendlichen selbst. Antonov ist 18 und verkehrt am Schlachtermarkt. Er sagt: Man müsse die Leute einfach machen lassen.
„Lasst die Leute einfach machen“
Seine Kernforderung klingt einfach, ist es aber nicht: Es brauche mehr Plätze, an denen Jugendliche wissen, dass sie hingehören – und an denen sie in Ruhe gelassen werden. Auch wenn es mal Probleme gebe, solle man die Leute einfach lassen, statt sofort die Ordnungsdienste zu rufen. Der Schlachtermarkt sei für viele genau so ein Ort geworden.
Dass ausgerechnet dieser Markt zum Streitpunkt wurde, liegt an einer einfachen Zahlenfrage: Wie der NDR berichtet, ist der Schlachtermarkt seit etwa zwei Jahren der einzige Ort in der Stadt, an dem sich Jugendliche regelmäßig treffen.
Das Bahnhofs-Argument
Und der Lärm? Antonov bringt ein Argument mit, das mancher Anwohner von sich geben könnte – nur eben andersherum: „Wer am Bahnhof zieht, braucht sich über Zuglärm nicht zu beschweren.“ Wer sich also direkt am Markt eine Wohnung sucht, müsse mit der Lautstärke klarkommen. Die Gegenposition der Anwohner: Der Markt sei Mischgebiet, keine Dauerparty-Zone – eine Petition mit inzwischen 71 Unterstützern fordert ein Ende von Lärm, Müll und Sachbeschädigungen, wie unserem Bericht vom 28. September berichtete.
Die Stadt hat reagiert, ohne Verbote auszusprechen: Die Reinigung wurde ausgeweitet, der kommunale Ordnungsdienst ist nach Angaben des Nordkurier vorerst bis 31. Oktober bis Mitternacht im Einsatz. Die Verwaltung hatte im Hauptausschuss betont, Jugendliche seien keine Störung – der Schlachtermarkt sei ein Mischgebiet, in dem die Interessen abzuwägen sind.
Zwei Fragen bleiben
Die Debatte läuft am Ende auf zwei Fragen hinaus: Wer darf sich wo aufhalten – und wer muss sich woran stören? Antonovs Antwort darauf ist klar: weniger Verbote, mehr Räume, mehr Gelassenheit. „Man muss die Leute einfach machen lassen“, sagt er. Ob die Stadt beim Schlachtermarkt einen dritten Weg findet – Räume statt Regeln –, wird sich zeigen.
Gelesen bei: NDR. Auch berichtet bei: Nordkurier.
Foto: schwerin.news
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(red)
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