(stm) Die SG Dynamo Schwerin steht erneut vor erheblichen Herausforderungen: Wie der Verein auf ihrer Internetseite mitteilte, wurde am Donnerstag der Sozialtrakt im Sportpark Lankow aufgrund eines schwerwiegenden Schimmelbefalls gesperrt. Betroffen sind sämtliche Räume, darunter die Geschäftsstelle, das Lager und die Umkleidekabinen. Dies stellt für den Verein, der in der NOFV-Oberliga Nord spielt, eine erhebliche Belastung dar, auch mit Blick auf das wichtige Heimspiel am Samstag gegen den FSV Optik Rathenow.

Langjährige Mängel und Baufehler

Die Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel im Gebäude bestehen, so bestätigte es uns ein leitender Funktionär der SG Dynamo, schon seit dessen Fertigstellung. Trotz mehrfacher Beschwerden bei den zuständigen Behörden, aber auch beim FC Mecklenburg (FCM), dem Hauptmieter und -nutzer des Sportparks Lankow, blieb eine nachhaltige Lösung bislang aus. Nun hat die Stadt reagiert und das Gebäude bis auf Weiteres gesperrt. Zutritt ist nur noch mit Atemschutzmaske und auf eigenes Risiko möglich – ein untragbarer Zustand für einen Verein dieser Liga.

Aufgrund dieser Situation muss die Mannschaft von Dynamo Schwerin auf provisorische Lösungen zurückgreifen, etwa indem sie sich für das Training beim FCM umzieht. Der ohnehin schon lange Weg zum Spielfeld verlängert sich dadurch erheblich und bringt zusätzliche Belastungen für die Spieler mit sich. Statt den für Oberligaregelungen so wie so schon weiten 250 Metern zwischen Umkleide und Spielfeld, werden somit knapp 500 Meter Weg auf die Sportler warten.

Funktionär packt aus:Konstruktionsmängel und unzureichende Ausführung

Neben dem aktuellen Schimmelproblem gibt es weitere gravierende Baufehler im Gebäude. So teilte uns der Funktionär mit, dass die Duschen beispielsweise so mangelhaft geplant sind, dass Wasser über die abgeschrägten Fliesen spritzt, was Schimmelbildung befördert. Außerdem fehlen Rückstauklappen in den Abflüssen, was im Sommer zu unangenehmen Gerüchen aus der Kanalisation führt. Diese Mängel wurden bei der Bauabnahme ignoriert, obwohl sie offensichtlich sind, was die Situation für den Verein weiter verschärft.

Wiederkehrende Probleme: „Marode Zustände“ bereits im Oktober 2023

Die aktuellen Schwierigkeiten sind nicht die ersten dieser Art. Im Oktober 2023 musste sogar mal ein Spiel abgebrochen werden, weil der Kunstrasenplatz im Sportpark Lankow in einem so schlechten Zustand war, dass der Schiedsrichter aus Sicherheitsgründen die Partie vor Anpfiff beendeten. Die Linien des Platzes waren kaum erkennbar, und Plastikfetzen lösten sich von der Oberfläche – Bedingungen, die einfach nicht akzeptabel sind. Man darf zurecht fragen, ob dass die Qualität sein soll, mit dem die Stadt sich als Sportstadt profilieren will?

Wir haben bei der Stadt Schwerin angefragt und werden deren Stellungnahme dann hier bei http://www.schwerin.news veröffentlichen.


Kommentar

Für die SG Dynamo Schwerin und ihre Fans sind diese Vorfälle mehr als nur ärgerlich – sie sind ein klares Indiz dafür, dass die städtische Verwaltung die notwendigen Standards für eine sichere und funktionale Sportstätte nicht erfüllt. Die Häufung von Problemen und die teils fahrlässige Vernachlässigung grundlegender baulicher Standards stellen nicht nur ein Gesundheitsrisiko für die Spieler dar, sondern auch eine erhebliche Einschränkung des sportlichen Betriebs. Und dass macht Schwerin erneut zum Gespött in der Oberliga Nordost.

Der aktuelle Schimmelbefall und die daraus resultierende Schließung des Sozialtrakts im Sportpark Lankow sind nur der jüngste Beweis dafür, dass die Stadt Schwerin dringend handeln muss, um die Bedingungen für den Sport vor Ort zu verbessern. War es doch die Stadt Schwerin, die den Verein von der Paulshöhe vertrieben hat. Mit der SG Dynamo Schwerin hat Schwerin eine Oberligamannschaft, die sich durch die miesen Zustände zu recht schlecht behandelt fühlt. Ob wie im Oktober wegen maroden Rasen, oder aktuell die Schließung wegen Schimmelbefall, die Stadt Schwerin ist gefordert der höchstklassigst spielenden Fussballmannschaft der Landeshauptstadt angemessene Bedingungen zu liefern.

http://www.schwerin.news wird die Situation auch in Zukunft aufmerksam verfolgen.

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